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Die politische Geschichte Ungarns

Die Geschichte der Ungarn beginnt weit entfernt vom Staatsgebiet des heutigen Ungarns. Die Magyaren, die Vorfahren der Ungarn, verlassen ihr westsibirisches Siedlungsgebiet und lassen sich nach jahrhundertelangen Völkerwanderung schließlich dort nieder, wo um das Jahr 1000 das Königreich Ungarn entsteht.
Das christianisierte Reich gerät 1540 jedoch unter osmanische Herrschaft und wird in drei Teile geteilt. Der größte Teil wird dem osmanischen Reich einverleibt, die anderen beiden werden zu einem osmanischen Vasallenstaat bzw. österreichischen Einflußgebiet. Unmittelbar nach der Niederlage der Türken vor Wien erobern habsburgische Truppen das gesamte Territorium zurück. Unabhängigkeitsbestrebungen werden anschließend mehrmals blutig niedergeschlagen, bis Ungarn 1867 zum zweiten Hauptbestandteil der k.u.k. Doppelmonarchie gemacht wird, um die Spannungen im Vielvölkerstaat zu beruhigen.
1918 erlangt Ungarn zwar die Unabhängigkeit, doch hält sich die demokratische Regierung nur wenige Monate und wird durch ein autoritäres, konservatives Regime ersetzt. Das Land muß große Teile seines bisherigen Gebietes - darunter das Burgenland, Kroatien, die Slowakei und Siebenbürgen - abgeben.
In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen nähert sich Ungarn zunehmend dem von den Nazis beherrschten Deutschen Reich an und schließt mit diesem verschiedene Pakte. Im Zweiten Weltkrieg unterstützen ungarische Truppen aktiv die deutschen Feldzüge auf dem Balkan und gegen die Sowjetunion, entschieden sich nach schmerzhaften Niederlagen jedoch für eine Annäherung an die Alliierten. Daraufhin besetzen deutsche Truppen das Land, Hunderttausende Juden werden deportiert.
Schließlich erobert die Rote Armee Ungarn und die Hauptstadt Budapest. Die Hoffnung der Alliierten auf eine demokratische Verfassung wird schnell zerstört. 1949 erhält Ungarn eine Verfassung nach sowjetischem Vorbild und ist Gründungsmitglied des Warschauer Paktes. Die "ungarische Revolution", die anfangs erfolgreich war, wird 1956 blutig niedergeschlagen. Ab 1968 erfolgen Wirtschaftsreformen, die unter dem Begriff "Gulaschkommunismus" bekannt werden. 1988 setzt ein friedlicher Systemwechsel ein, Wirtschaftsreformer übernehmen das Ruder. 1989 wird schließlich die dritte ungarische Republik ausgerufen.
Kurz darauf beginnen ungarische Grenztruppen, Teile der Grenzanlagen abzubauen - aus Kostengründen. Am 27. Juni 1989 durchtrennen der damalige österreichische Außenminister Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn gemeinsam den Grenzzaun. Im August des Jahres wird an gleicher Stelle ein Grenztor zwischen Österreich und Ungarn beim Paneuropäischen Picknick symbolisch geöffnet. Die neue parlamentarische Republik stellt bereits 1994 den Antrag auf Beitritt zur EU, muß jedoch trotz wirtschaftlichen Aufschwungs mit stetigen Regierungswechseln kämpfen. 2004 tritt Ungarn der NATO und der EU bei.

Die Geschichte Ungarns als Urlaubsland

Ungarn ist als Urlaubsland sehr beliebt, gerade bei den Deutschen und Österreichern. Sie machen den Hauptteil der Touristen aus. Die wichtigsten Reiseziele sind der Balaton, auch Plattensee genannt und Budapest, die Hauptstadt von Ungarn. Österreich hat ja zu Ungarn durch die geschichtliche Entwicklung eine enge Beziehung. Man denke da nur an das ehemalige Kaiserreich Österreich / Ungarn.
Und vielen Deutschen ist das Gebiet um den Balaton auch in positiver Erinnerung. Gab es doch hier die Möglichkeit, zu Zeiten des Kalten Krieges und der Deutschen Teilung, daß sich Freunde und Verwandte aus Ost- und Westdeutschland in Ungarn treffen konnten.
Viele Bauwerke aus der Zeit der Donaumonarchie sind noch erhalten, bzw. wurden hervorragend restauriert und sind somit touristische Sehenswürdigkeiten. Aber auch Bauwerke aus vorausgegangenen Epochen laden zu erlebnisreichen Exkursionen ein.
Die Straßenverbindung zum Plattensee oder nach Budapest ist sehr gut ausgebaut, von Wien sind es ca. 4 Autostunden zum Plattensee. Der Balaton ist bekannt als Badegebiet und für den Wassersport. Surfen oder Segeln ist im Plattensee kein Problem. Der See ist im Schnitt nur 3,25 Meter tief und heizt sich deshalb im Sommer sehr gut auf. Er ist rundum mit Radwegen erschlossen, die Tour um den See ist 200 km lang. Am Süd-, wie auch am Nordufer gibt es Thermalquellen und natürlich auch Heilbäder für die Besucher. Am Nordufer, welches aufgrund vulkanischen Ursprungs hügelig ist, wird Wein angebaut.
Rund um den See gibt es Strände, Restaurants, Ferienhäuser, Hotels, Discotheken, Bars und noch vieles mehr. Wer nachts noch auf die “Piste” möchte, trifft hier viele Gleichgesinnte. Zu Zeiten der Grenzöffnung war der Urlaub in Ungarn enorm günstig, das Preisniveau hat sich jedoch gerade in den Tourismusgegenden dem Westen stark angepaßt.
Das Benzin an den Tankstellen, die Lebensmittel in den Supermärkten sind aber immer noch billiger als in Deutschland.

© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 05.02.2012