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Nützliche Hinweise und Verhaltensmaßregeln für Gäste der Türkei
Reiseausrüstung Pack eine kleine Taschenlampe ein. Wegen des überlasteten Stromnetzes oder sonstiger Pannen, besonders in den Ferienzentren zur Saison, sind Stromausfälle an der Tagesordnung. Keine Panik, meist dauern sie nur kurze Zeit. Und das Abendessen am Meer bei Kerzenschein kann sehr romantisch sein! Aber wenn du einmal in den verwirrenden, engen Gassen eines Basars bei völliger Dunkelheit stehst, wirst du deine kleine Taschenlampe zu schätzen wissen. Die meisten Geschäfte verfügen allerdings über Notstromaggregate, welche auch sofort angeworfen werden. Kosmetik (Haarshampoo, Duschgel, Sonnenmilch, etc.), Filme, alle ausländischen "Luxusartikel" sind in der Türkei “sündhaft” teurer. Deck dich daher mit ausreichendem Vorrat ein. Deinen Film kannst du gut in den türkischen Ferienzentren entwickeln lassen, insofern du keine ausgefallenen Profiansprüche stellst. Die Qualität ist ordentlich und die Preise günstig. Und falls der Speicher deiner Digitalkamera einmal voll sein sollte, ist es keine kostspielige Angelegenheit, diese Bilder auf CD brennen zu lassen. Für Besitzer von Handys, Notebooks, Camcorder, Akku-Ladegeräten u. ä. Stromfressern ist anzuraten, einen Mehrfachstecker mitzunehmen, da die Hotelzimmern in den meisten Fällen nur über wenig Steckdosen verfügen. Und die sind meistens schon belegt (Fernseher, Kühlschrank). Euro-Münzen (für Trinkgeld) mußt du nicht einstecken. Die Hotelbediensteten oder Dolmus-Fahrer suchen ständig Abnehmer für das Kleingeld, da sie nur Scheine in den Banken wechseln können. Aber als zusätzliches Mitbringsel für die helfenden Hände in den Hotels kommt unsere Schokolade, weil in der Türkei sehr teuer, gut an (Ritter Sport, Milka, etc.).
Hotelkategorie Die in den Prospekten angegebene Kategorie entspricht NICHT dem europäischen Standart, sondern einer landestypischen Klassifizierung, die leider in 2008 noch weiter aufgeweicht wurde. Keine gute Idee des zuständigen Ministeriums, sorgt dies doch für noch mehr Reklamationen bei den unaufgeklärten, verwöhnten Touristen.
Ein türkisches 3-Sterne-Hotel ist nicht mit einem Hotel der gleichen Klassifizierung in Deutschland, Spanien oder auch Griechenland zu vergleichen. Schraube deine Erwartungen daher etwas zurück, dann gibt es auch keine Enttäuschung.
Lies mal die Hotelbewertungen. Dann wirst du feststellen, dass viele Urlauber nur aus reiner Unkenntnis über die tatsächlichen Eigenschaften des gebuchten Hotels schlechte Beurteilungen abgeben. Sie waren über die Unterbringung enttäuscht oder nicht auf die andersartige Verpflegung eingestellt (sie erwarteten jeden Tag jede Menge Braten, Hamburger, Schnitzel - aber das ist nicht die türkische Küche, auch wenn der Koch versucht, sich unserem Geschmack anzunähern!).
Auch unter Animation versteht jeder etwas anderes. Besonders bei den noch jungen Urlauber ist die Enttäuschung über fehlenden Angebote an hoteleigenen Discotheken, in denen sie die ganze Nacht durchmachen können, oft groß - aber das kann (und will - in meinem Fall “Gott sei Dank”) eine 3-Sterne-Anlage nicht bieten! Ihren Frust haben sie dann leider an den Hotelmitarbeitern ausgelassen und wurden logischerweise auch dementsprechend behandelt. Auch - und das gilt für alle Hotels in der Türkei - wissen die jungen Menschen selten, wie sie sich als Gast in der Türkei zu benehmen haben ( siehe dazu “weitere Hoteltips”, “oben ohne”, “Verhalten von Touristinnen”, “Verhalten von Pärchen”). Das muss nicht sein! Daher lies die Katalogbeschreibungen gründlich und informiere dich vorher über die Türkei. Derart aufgeklärt, wäre es dann vielleicht besser, nicht am falschen Ende zu sparen und für einige Euro mehr Ibiza oder Mallorca (und, mit Abstrichen, Bodrum) zu buchen. Wer für “´nen Appel und ´n Ei” Urlaub machen will, darf sich über gelegentliche Unzulänglichkeiten nicht aufregen!
Ein Rechenbeispiel: Für eine Woche AI in einem guten 4-Sterne-Hotel verlangt der Veranstalter etwa 520 EUR (2009, Nebensaison). Allein für den Flug werden 275 EUR kalkuliert. Weitere 25 EUR werden für der Transfer zum Hotel und zurück zum Flughafen veranschlagt. Verbleiben 220 EUR für eine Woche All Inklusiv im 4-Sterne-Hotel. Und da der Veranstalter seine Kosten decken und auch leben will, verbleiben für das Hotel nur noch 110 EUR (ca. 15 EUR pro Tag) für Unterkunft, Verpflegung, Getränke und sonstigen Service. Und da stellst du noch große Ansprüche?!
Besonders an den Hotelbewertungen ist abzulesen, wer sich mit den Gepflogenheiten des Gastlandes auseinandergesetzt hat (überwiegend positive Urteile) und wer völlig unvorbereitet eine Reise in die Türkei gebucht hat. Die Vergabe von Sternen hängt von vielen Faktoren ab. Angefangen bei dem Freizeitangebot der Anlage, über die Größe und Ausstattung der Zimmer, bis zur Auswahl an Speisen und Getränken. Daher ein paar Hinweise:
Weniger als 3 Sterne sollte das Hotel nicht haben! Es sei denn, du bist mit einem Rucksack unterwegs und suchst nur eine billige Unterkunft mit sehr türkischem Frühstück.
Bei 3 Sternen kannst du ein sauberes, nicht sehr großes Zimmer mit kleinem Balkon erwarten. Die Bäder haben häufig nur Dusche. Fernseher sind vorhanden und bieten auch 2 - 4 deutschsprachige Sender. Einen Kühlschrank wirst du selten vorfinden. Dieses Hotel hat einen Pool, aber nicht unbedingt einen eigenen Strandabschnitt. Animation darfst du auch nicht erwarten (schon allein deshalb nicht, weil diese Anlagen häufig sehr klein sind, weniger Tagespauschalen von den Reiseveranstaltern erhalten und daher diese Mehrkosten auch nicht tragen können). Mietsafe meistens an der Rezeption. Sportangebot meist dürftig (siehe Katalogbeschreibung). Das landestypische Essen ist einfach, aber durchaus schmackhaft. Zum Frühstück (nicht typisch englisch!!) gibt es neben dem Ekmek (Weißbrot) kleine, brötchenähnliche Gebäckstücke. Marmeladen und Honig in großer Auswahl. Sehr viel Salate und Obst. Natürlich auch diverse Müsli, Schafskäse, Joghurt. Bei Schnittkäse und Wurst darfst Du nur mit jeweils einem bis zwei Produkten rechnen. Gekochte Eier und/oder türkisches Rührei (Menemen) sind obligatorisch und häufig gibt es Crêpes / Pfannkuchen. Zum Mittag- und Abendessen wird meist nur ein Fleischgericht angeboten. Und zwar vom Huhn, Truthahn, Rind, Lamm (kein Schweinefleisch!) und ab und zu auch mal Seefisch (in der Türkei aber verhältnismäßig teuer) oder Forelle. Bis auf die Hähnchenkeulen und Fischfilets werden diese Fleischspeisen fast immer in landestypischer Art angeboten (sieht aus wie Eintopf). Beilagen: Kartoffeln, Reis, Bulgur und Gemüse (häufig als Auflauf). Oft wird auch frisch zubereitete türkische Pizza (Lahmacun) gereicht. Ein Tisch voller Süßspeisen gehört auch hier eigentlich zum Standart. An Getränken gibt es Wein, Bier, Spirituosen, Limonaden, Wasser, Kaffee und Tee - aber alles aus heimischer Produktion. Alkoholika sind seit einiger Zeit sehr teuer geworden und erst recht die ausländischen Erzeugnisse. Daher werden die Importwaren - wenn überhaupt vorhanden - auch nur gegen Extrazahlung ausgegeben. Die Animation für Kinder ist sehr begrenzt und wird überwiegend - wenn im Katalog angeben - nur in der Hauptsaison angeboten. Ein Vorteil dieser oft kleinen Häuser ist, dass man sehr schnell zu anderen Gästen Kontakt bekommt. Man sieht sich häufig! Auch ist der Umgang mit den Hotelangestellten aus dem gleichen Grund familiärer als in den großen Anlagen. Singelfreundlich!

Ein 4-Sterne-Hotel bietet etwas größere Zimmer mit Kühlschrank und Badewanne und natürlich Fernseher. Einen Innenpool (im Winter beheizt) kann man auch erwarten. Die Animation hängt von der Größe der Anlage ab. Diese Hotels besitzen meistens eine eigene Disco, einen Hamam (mit Sauna) sowie einen Fitnessraum. Die Mietsafes befinden sich meistens im Kleiderschrank. Sportangebot oft dürftig, aber überwiegend mit Tennisplatz, der auch für andere Sportarten ausgelegt sein kann (siehe Katalogbeschreibung). Auch diese Anlagen sind nicht zu groß. Sie bieten daher ebenfalls den Vorteil einer schnellen Kontaktaufnahme zu anderen Gästen. Die Speisenauswahl ist üppiger (mindestens zwei Fleischspeisen zur Auswahl und häufig auch noch abends frisch gegrilltes/-r Fleisch oder Fisch). Es werden mehrere Brotsorten angeboten und machmal auch Brötchen. Auch das “süsse Buffet” ist reichlich. Getränkeauswahl wie im 3-Sterne-Hotel. An der Bar aber oft auch Cola und Sprite, etc. In einigen Anlagen wirst du in der Nähe der Pool-Bar eine Türkin entdecken, die täglich (meist ab Mittag) gefüllte Teigfladen (Gözleme) zubereitet. Ein empfehlenswerter kleiner Imbiss für zwischendurch. Animation für Kinder ist gewährleistet (oft aber nur in der Hauptsaison). Wasserrutschen, Spielplatz und Kinder-Animateure können (zumindest in den Ferienzeiten) erwartet werden.
Eine 5-Sterne-Anlage (meistens sehr große Häuser) verfügt über große Zimmer. Wannenbad, Kühlschrank und Fernseher mit etlichen deutschsprachigen Programmen. Die Balkone sind groß. Disco, Animationsbühne, mehrere Restaurants und Bars obligatorisch. Hamam, Sauna, beheizbarer Innenpool, Fitnessraum sind Pflicht. Mietsafe im Zimmer. Sportangebot: Tennisplätze immer. Andere Angebote siehe Katalog. Animation am Strand und Pool sind selbstverständlich. Abendunterhaltung wird immer geboten. Das Speiseangebot ist üppig. Zum Frühstück darfst du mehrere Brotsorten, Brötchen sowie etliche Sorten Wurst und Käse erwarten. Das Mittagessen bietet mehrere Fleischspeisen und ein riesiges Salatbuffet. Auch das Angebot an Nachtisch ist opulent (typische türkische Süßspeisen, Sahnetorten, Puddinge, etc.). Abends gibt es immer einen Grillstand. Im Restaurant ist Getränkebedienung am Tisch (zumindest abends) normal. In diesen Anlagen ist es auch oft möglich, das (mit eingeschränkter Auswahl) Mittagessen an der Pool- oder Strandbar einzunehmen. Somit ersparst du dir das Um-, aber nicht das Überziehen von Oberbekleidung. Ein kleiner Stand mit frisch zubereitetem Gözleme ist eigentlich selbstverständlich und häufig wird tagsüber auch an mehreren Standorten der Anlage Lahmacun (türkische Pizza), Döner Kebab, “Fritten”, Crêpes und Salate angeboten. Für die kleinen Racker gibt es immer eigene Bereiche (Kinderpool mit diversen Wasserrutschen, Kinderspielplatz, Spielhäuser) mit eigens dafür abgestellten Animateuren. Wenn du Unternehmungen ohne deinen Nachwuchs planst, kannst du diesen bedenkenlos im “Miniclub” zurück lassen.
Weitere Tipps zum Hotel Geize nicht mit Trinkgeld! Gib am Anfang und direkt dem für dich zuständigen Personal. Die aufgestellten “Tipboxen” werden meist von den “Chefs” geleert. Die Angestellten bemerken daher selten etwas von deiner Großzügigkeit. Lediglich die Tipbox für die Küche solltest du nutzen (die Köche, die ihre Arbeit wirklich gut machen, siehst du ja kaum). Die Mitarbeiter der Hotels verdienen wirklich nicht viel und für ein paar Euro werden sie dich nicht vergessen und dir deinen Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. Als zusätzliches “Bonbon” kannst du auch “deutsche” Schokolade verteilen (Ritter Sport, Milka, etc.). Türken sind Leckermäuler und die Import-schokoladen sind für die türkische Bevölkerung viel zu teuer. Außerdem ist die türkische Milka kaum genießbar, weil Zusätze eingearbeitet wurden die den Schmelzpunkt (wegen der hohen Temperaturen im Lande und in den Läden) erhöhen. Solltest du auch noch deutsches Haarshampoo (oder Duschgel) übrig haben, biete es den Damen des Zimmerservice oder im Hamam an. Eine größere Freude kannst du denen kaum machen. Versuche einige Brocken türkisch an den Mann / die Frau zu bringen (z.B., merhaba = Guten Tag; hoşςa kalın (hoschka kalen) = auf Wiedersehen; eyvallah = tschüß; bir (iki) bira lütfen = ein (zwei) Bier bitte; Teşekkür (Teschekür) ederim = vielen Dank; günaydin = guten Morgen), das wird von den Einheimischen äußerst positiv aufgenommen. Zeugt es doch von einem gewissen Interesse deinerseits. Und wenn du auch noch im Restaurant höflich nach “Ayran” (einem äußerst erfrischenden Joghurtgetränk) verlangst, hast du “einen Stein im Brett”. Sollte dir ein Hotelbediensteter (oder Dolmus-Fahrer) Euro-Münzen zum Tausch gegen einen Euro-Schein anbieten, tu ihm den Gefallen. Münzen kann er in der Bank nicht tauschen! Und mit Euro wird er nicht einkaufen wollen. Mit Lira kommt er in den Geschäften viel günstiger weg! Du übrigens auch!
Zum Schluss noch einige Beispiele für die Verdienstmöglichkeiten (Stand 2008): Der staatlich festgelegte Mindestlohn beträgt ab 1.7.2008 für Beschäftigte ab 16 Jahren 638,82 YTL brutto. Nach Abzug der Abgaben verbleiben etwa 457 YTL netto. Das entspricht (bei 1,90 YTL = 1 EUR) etwa 240 EUR pro Monat. Und das sind die Löhne der Zimmermädchen, ungelernten Kellner, Hilfsköche, Gärtner, Strandboy, etc. Trinkgelder sind daher ein notwendiges Zusatzeinkommen! Ein Masseur bekommt als Angestellter pro Anwendung umgerechnet 1,50 Euro! Egal, in welchem Hotel oder Hamam er arbeitet. Ein angemessenes Trinkgeld vor der Anwendung wirkt sich sicher positiv auf dein späteres Wohlbefinden aus!! Ein 3-Sterne-Hotel bekommt in der Nebensaison pro Urlauber pro Tag für “All Inclusiv” etwa 10 bis 12 Euro! Was willst du dafür erwarten?! Aber was bekommst du dafür alles geboten!
Und noch ein Hinweis für die Wasserratten unter euch: Auch wenn ihr im Urlaub seid und mal so richtig abhängen wollt, ist es äußerst taktlos, sich mit nasser Badehose an einen Tisch im Restaurant und / oder der diversen Bars zu setzen. Die nach euch kommenden Gäste haben sicher keine Freude an den nassen Stühlen! Auch sollte man(n)/frau sich (auch in den weniger exklusiven Hotels) zum Essen etwas überziehen. Es ist wahrlich kein schöner Anblick, wenn ein nackter Busen oder Bierbauch auf dem Tisch liegt. Es muss ja nicht gleich die Abendrobe sein.
Türkisches Essen Es ist nun mal so: Im Islam gilt das Schwein als unrein! Daher ist es auch unwahrscheinlich, dass ein türkischer Koch seine Töpfe und Pfannen mit dem Fleisch eines solchen Tieres verunreinigt. Es sei denn, er kann es sich leisten, immer wieder neues Kochgeschirr zu kaufen. (Mit viel Glück kannst du aber auch Ausnahmen finden. Das steht allerdings nicht im Katalog - siehe mein Urlaub in Güllük). Und da in der Türkei kaum Schweinefleisch verarbeitet wird, fehlen auch die wichtigsten Bestandteile für eine typisch deutsche Wurst. Deshalb findest du eine, unseren Ansprüchen genügende Wurst in den Hotels kaum. Das, was du so gern auf dem Frühstückstisch haben möchtest (Schinken, Salami, Mettwurst, gar Leberwurst) müsste dann schon importiert werden (aber was geschieht im Anschluss an die Völlerei mit Geschirr, Messer und Gabel? Die Teile sind dann ja unrein! Obwohl sie gespült werden können.). Also, um es kurz zu machen: “Schweinereien” wirst du in der Türkei kaum vorfinden! Aber in der Türkei musst du nicht hungern. Denn die türkische Küche gehört zu den besten der Welt. Und Fleisch gibt es in vielen Variationen (hauptsächlich Lamm und Geflügel, aber auch Rind und Fisch). Trotzdem wird dir auffallen, dass es so gut wie keinen Braten gibt. Fast alles wird in kleine Stücke zerhackt, angebraten und (ähnlich Eintopf) mit viel Gemüse geschmort. Dazu wird sehr viel Olivenöl verwandt (dieses Öl ist übrigens in erster Linie dafür verantwortlich, dass sich viele Urlauber über ihre dauernden?? Aufenthalte auf der Toilette beklagen - sie sind das Olivenöl nicht gewohnt und meinen, das Essen sei schlecht gewesen). Daher ist ein Rakı (pur) nach jeder Mahlzeit die richtig Medizin. Wer also nicht so stark auf Fastfood fixiert ist, wird in der Türkei wahre Gaumenfreuden erleben. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass die Speisen (aus Höflichkeit dem Gast gegenüber) selten heiß serviert werden. Der Gast soll sich nicht den Mund verbrennen. Diese Sitte kommt leider bei vielen deutschen Urlaubern nicht so gut an und sie beklagen sich häufig über das “kalte” Essen. Also: keine Nachlässigkeit, sondern Höflichkeit! Auch praktiziert der Türke etwas, was in unseren Breiten aus der Mode gekommen scheint: Er ißt sehr viel frisches Gemüse, Salate und Rohkost. Und dies bereits zum Frühstück. Sicher, das ist Gewohnheitssache, aber sehr bekömmlich und schmackhaft. Auch für unsere Mägen! Ein anderes Manko in unseren Augen ist das Fehlen von “anständigem” Brot. Der Türke hat “nur” sein Ekmek oder Fladenbrot. Aber auch das liegt in der Religion begründet. Ein Moslem ißt nichts, was verdorben ist. Und Sauerteig ist eben saurer Teig und somit verdorben. Trotzdem wirst du in höherklassigen Häusern mit einigen Brotsorten überrascht, die unserem Geschmack sehr nahe kommen. Schließlich gibt es ja auch schon einige deutsche Bäcker in den Städten (Antalya, Alanya, sogar Avsallar). Dieses Brot ist allerdings teurer als das vom Staat preislich gestützte “Weißbrot”. Weiterhin haben auch einige der Hotel-Patissiere gelernt, vernünftige (europäische) Brötchen zu backen. Und noch etwas ist anders als in unseren Breiten: das süße Buffet, denn der Türke hat einen “süßen Zahn”. Die Puddinge, Gebäckstücke und Torten sind sehr süß! Aber lecker! Hier wird mit Zucker und Honig nicht gespart (fahr mal über Land, dann wirst du überall Bienenkörbe finden). Aber nicht nur der Nachtisch, sondern auch die Süßigkeiten der Strassenhändler sind kalorienschwer und jeder wird dir eines seiner süßen Verführer als “Türkisch Viagra” offerierten. Na dann: Afiyet olsun (guten Appetit). Und zum Nachkochen findest du hier viele Rezepte.
Besuch einer Moschee Im Gegensatz zu manchen arabischen Ländern können in der Türkei Moscheen auch von "Ungläubigen" besichtigt werden. Moscheen in einem islamischen Land sind immer interessant und haben eine gewisse Anziehungskraft auf die Besucher des westlichen Auslandes. Zum einen ist es die fremde Religion, zum anderen aber auch die Neugier auf die interessanten und fremdartigen Gotteshäuser in einem anderen Kulturkreis. Bitte beachte aber folgende Empfehlungen:
- Gläubige und Besucher ziehen grundsätzlich vor dem Betreten einer Moschee die Schuhe aus.
- Vermeide bitte eine Moschee während eines Gebetes zu betreten. Die Gläubigen fühlen sich gestört und ein Gebet wird ungültig, wenn man vor Betenden herumlatscht.
- Ebenso empfiehlt es sich nicht, Moscheen an einem Freitag zu besuchen. Es ist der Hauptgebetstag für die Moslems.
- Wundere dich daher nicht, wenn du an einem Freitag vor einer Moschee, auf dem Gehsteig betende Moslems auf ihren Gebetsteppichen siehst. Die Moschee ist dann sicherlich total überfüllt.
Bitte sei dann so rücksichtsvoll und wechsele die Straßenseite. Mach bitte auch keine Fotos und enthalte dich abfälliger Bemerkungen. Es verstehen mehr Türken Deutsch, als du denkst.
- In der Moschee bedecken Frauen Ihren Kopf mit einem Kopftuch und gehen nicht mit kurzen Pants oder Röckchen in das Gotteshaus. In größeren "touristenwirksamen" Moscheen liegen Tücher am Eingang aus.
- Auch Männer sollten nicht mit kurzen Hosen eine Moschee betreten.
Kurze Hosen sind sowieso - in den Augen der Türken und anderen mediterranen Ländern - nur etwas für kleine Jungs oder gelten als Unterwäsche. Ein Erwachsener mit kurzen Hosen macht sich daher lächerlich und wird dementsprechend behandelt!
Verhalten von Touristen/-innen Die Ehre der Frau hat in der Türkei eine andere Bedeutung und andere Ausmaße als in Deutschland. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich will dir keineswegs zu bodenlangen wallenden Gewändern und einem stets "züchtigen" Verhalten raten! Schließlich sind auch die Türkinnen in den Städten und Ferienzentren zum großen Teil sehr westlich. Sie tragen schicke Minikostüme statt Kopftuch und brechen in schallendes Gelächter aus bei der Nachfrage, ob sie Zuhause eingesperrt würden und sich in allen Bereichen des Lebens demütig dem Manne unterordnen müssten. Aber die unbedachte Freundlichkeit einer deutschen Frau gegenüber Männern wird schnell missverstanden. Eine Türkin lächelt nicht jeden fremden Mann an, sondern verhält sich für deutsche Augen durchaus arrogant und abweisend. "Harmlose" Flirts mit dem Kellner oder dem Verkäufer sind kaum üblich. Natürlich steht es dir als Urlauberin frei, dein "deutsches" Verhalten auszuleben. Aber du darfst dich nicht wundern, wenn du automatisch in die Rubrik "leichte Beute" eingeordnet wirst und Anmache von allen Seiten riskierst. Selbst von in der Türkei lebenden Deutschen habe ich immer wieder Klagen über die "unsägliche Anmache" auf der Strasse gehört. WIR haben kaum derartige Probleme. Ein abweisender und völlig unverständiger Blick auf "Flirt - Angebote" der Männer wirkt sofort Wunder. Kurz noch zur oben bereits erwähnten Kleidung: Ich ersparen mir Kommentare zur in Urlaubszentren durchaus beliebten “im - Bikinioberteil - durch - die - Stadt - Schlapperei” oder (Hallo, Krone der Schöpfung) “mit - offenem - Hemd - oder - nacktem - Oberkörper - hinter - der - Gattin - her - Latscherei”. Fest steht nur eines: Selbst in Mitteleuropa würde man in der Stadt mit halb nackter Erscheinung auf Befremden stoßen, auch wenn das Wetter mal ausnahmsweise mitspielt. Außerdem hast du beim Einkaufsbummel in solch “unmöglicher” Kleidung schlechte Karten. In der Türkei gilt: “Kleider machen Leute”.
Verhalten von Pärchen Wilde Knutscherei in der Öffentlichkeit wird beim Urlauber zwar toleriert, schließlich bringt er Devisen ins Land, ist aber extrem unüblich bei Türken. Und ein Mann, der amüsiert daneben steht, während seine Frau mit dem Verkäufer der Ledertasche im Bazar flirtet, macht sich hochgradig lächerlich. Türken können nicht nachvollziehen, dass der deutsche Mann die Bedeutung jener doch so "harmlosen Freundlichkeit" völlig anders einschätzt und halten ihn für einen Waschlappen, der noch nicht mal in der Lage ist, seine eigene Frau zu verteidigen. Übrigens beinhaltet der Flirt im Beisein des Mannes automatisch eine krasse Missachtung beider, sowohl des Mannes als auch der Frau. Bei der einfachen und ländlichen Bevölkerung geht das soweit, dass die Frau ÜBERHAUPT NICHT beachtet wird, weder gegrüßt noch angeguckt. Man verhandelt ausschließlich mit dem Mann. Die Europäerin fühlt sich daraufhin missachtet ob des vermeintlich "stoffeligen" Verhaltens. Tatsächlich ist das als Wertschätzung ihrerseits beabsichtigt! Moderne Türken agieren selbstverständlich nicht derartig krass, aber trotz allem wird in der Regel mehr mit dem Mann gesprochen sowie auf keinen Fall mit der dazugehörigen Frau ein Flirt angezettelt. Wundere dich daher nicht, wenn du als Mann per Handschlag begrüßt wirst, aber deiner Begleiterin - wenn überhaupt - nur kurz zugenickt wird.
Beachtung der Gegensätze im Land Als Pauschalreisender, der sich auf die Touristenzentren beschränkt, wirst du von den krassen Gegensätzen im Land kaum etwas mitbekommen. Wenn du allerdings individuell reisen und auch das dünn besiedelte Inland kennenlernen willst, sieht die Sache anders aus. In den zentralanatolischen Dörfern und im Osten gibt es Gebiete, in denen völlig andere Gesetze gelten, als an der Küste und den Städten. Archaisch anmutende Dorfstrukturen, feste traditionelle Familienverbände und große Frömmigkeit sind dort an der Tagesordnung. Meist werden die Leute sehr nett und hilfsbereit zu dir sein und dir mit einer überwältigenden Gastfreundschaft begegnen. (Diese Menschen findest du häufig in deiner Nachbarschaft in Deutschland. Denn aus diesen armen Gebieten kommen die meisten türkischen Gastarbeiter, weil es im Hinterland der Türkei nicht genügend Arbeit gibt)
Daher wäre es vielleicht ratsam, in solchen Dörfern das Miniröckchen im Koffer zu lassen und statt dessen lieber weite, halbwegs elegante Kleidung zu wählen. Du sollst dich nicht in Sack und Asche hüllen oder verschleiern, ein langes Kleid oder eine leichte lange Sommerhose mit Bluse kann auch schick aussehen und verletzt nicht das Anstandsgefühl der Bevölkerung in diesen Teilen des Landes. Weiterhin wäre es auch anzuraten, auf für die Leute provozierende Gesten wie z. B. Essen und Rauchen in der Öffentlichkeit während des Ramadan (Fastenmonat) zu verzichten.
“Russenplage” - ein unerschöpfliches Thema Auch ich habe mich anfänglich über das Benehmen der osteuropäischen Gäste nicht gerade aufgeregt, aber doch, zumindest bei den Mahlzeiten geärgert. Überbordende Teller mit allem was das Buffet hergab, von den Frauen herangeschleppt, ließen die Esstische in den Restaurants überquellen. Vorspeisen, Hauptgang und Nachtisch, alles wurde auf den Tischen drapiert, während die Männer die “harten” Getränke heranschleppten. Dies führte auch dazu, daß einige Köstlichkeiten, z. B. Weintrauben, für andere Gäste nicht mehr zur Verfügung standen. Wenn denn alles aufgegessen würde, wäre ich auch zufrieden gewesen, aber mindestens die Hälfte dieser Nahrungsmittel wanderte später in den Abfallkübel. Was auch die Hotelangestellten verärgerte. Auch wenn man akzeptiert, dass die Osteuropäer während der Mahlzeiten nicht gern vom Tisch aufstehen, gern in geselligem Miteinander speisen und daher alle Gerichte (wie auch bei den Türken zu beobachten) auf dem Tisch erwarten, sollte es nicht sein, dass so viel Nahrungsmittel auf der Müllkippe landen. Ein typisches AI - Gebaren! Auch werden sehr oft die Trinkgewohnheiten der “Russen” (Ukrainer, Weissrussen, u. a.) angeprangert. Schon morgens (ab 10:00 Uhr) wird der Wodka wasserglasweise geleert, sodass alkoholisierte, laute Gäste einem schon tagsüber den geruhsamen Urlaub vermiesen. Aber dies erlebten wir auch bei diversen “deutschen” Männercliquen, die unbedingt ihr “AI” absaufen wollten. Außerdem hat die osteuropäische Presse dieses Thema inzwischen aufgegriffen und ihren Lesern den Spiegel vorgehalten. In den Hotels haben daher die Auswüchse etwas nachgelassen. Lesen bildet! Zu diesem Thema noch etwas Nachdenkenswertes: Da die Deutschen (geiz ist geil) immer mehr dazu neigen, auf “last minute” zu reisen (ich gehörte auch dazu), sind die Reiseveranstalter dazu übergegangen, frühzeitig große, freie Kontingente in das osteuropäische Ausland zu verschieben (die Türken sind darüber nicht sehr erfreut, weil es für die “Russen” weniger Bares gibt!). Ergo, immer mehr “Russen” bevölkern in den Hauptreisezeiten die “deutschen” Küsten. Also ein hausgemachtes Problem! Und dieses Problem wirkt sich noch auf andere Art aus: Wenn viele “Russen” im Hotel sind, wird mehr Geld in die Getränke investiert - und daher weniger in die Speisen. Deshalb ist das Angebot an Speisen in der Vor- und Nachsaison (nicht nur wegen der Temperaturen meine Hauptreisezeit) auch besser als in der Hauptsaison
Privat eingeladen - und jetzt? Westeuropäer haben ein Problem, wenn sie in der Türkei zu einem privaten Besuch eingeladen werden: Was bringen sie als Gastgeschenk mit? Für den Hausherrn ggf. einen guten Rakı oder Whiskey (aber vorher mal vorsichtig nachfragen !!) wäre eine Möglichkeit. Für die Hausherrin einen Blumenstrauß mitzubringen ist zwar für uns völlig normal und wird auch dementsprechend gewürdigt, aber in der Türkei wirst du damit keine Beifallsstürme ernten (suche mal einen Blumenladen!!??). Daher also ein unbefriedigendes Unterfangen. Versuche es mal mit Baklava (diese überaus süßen Gebäckstücke), wenn du zum Essen eingeladen wirst oder mit ausgesuchtem Grillfleisch, wenn Grillen angesagt ist (einen Grill / Kamin gibt es auf jedem Neubau - Balkon). Auch Kosmetik für die Dame des Hauses oder kleinere Elektrogeräte für den Haushalt wären angebracht. Türkinnen freuen sich tatsächlich über nützliche Geschenke. Zweckmäßigkeit ist angesagt! Und nicht nur für die Kinder sind unsere Schokoladen ein gern gesehenes Gastgeschenk (sollte schon in Deutschland in den Koffer gepackt werden - siehe auch “weitere Tipps zum Hotel”). Und wenn du ganz pünktlich eintriffst, wundere dich nicht, wenn die Dame des Hauses erst jetzt mit der Zubereitung der Speisen beginnt. Das ist völlig normal. Denn es hätte ja sein können, daß du unvorhergesehen aufgehalten wurdest (z. B., Besuch bekommen hast, den du natürlich nicht gleich wieder wegschicken konntest). Und um dir als Gast die Peinlichkeit des Zuspätkommens zu ersparen, wird eben erst nach deinem Eintreffen mit der Zubereitung der Speisen begonnen. Selbst wenn du dadurch auf die Anwesenheit der Hausfrau verzichten mußt. Aber die Hausfrau wirst du sowieso selten am Tisch sitzen sehen. Denn sie wird ständig damit beschäftigt sein, leere Teller, Tassen und Gläser abzuräumen, bzw. aufzufüllen, nachzuschenken und dich somit aufmerksam verwöhnen.
Auch zu beachten: Zieh deine Schuhe aus, wenn du eine türkische Wohnung betrittst. In der Regel stehen Hausschuhe für die Gäste bereit. Und wenn du in der Wohnung auf Socken herumlaufen solltest, wird dir zumindest vor Betreten des WC´s ein Paar Hausschuhe gereicht, denn die Toilettenräume gelten als unrein! Jetzt weißt du auch, warum in deutschen Wohnhäusern dann und wann Schuhe im Hausflur stehen. Eventuell wohnen hier türkischstämmige Mitbewohner.
Ach, noch etwas: In Gegenwart von Älteren schlägt man (Mann und Frau) beim Sitzen nicht die Beine übereinander. Mit untergeschlagenen Beinen auf die Couch lümmeln ist dagegen kein Problem - aber dabei nicht mit den nackten Fußsohlen auf jemanden zeigen.
Auch wäre es unhöflich, vor älteren Leuten zu rauchen - es sei denn, es wird ausdrücklich gestattet.
Kriminalität Die Türkei gehört zu den Ländern, in dem das Thema ernste Kriminalität ein Fremdwort ist. Betrugsdelikte sind aber keine Seltenheit, deshalb solltest du immer ein wachsames Auge haben. Häufige Neppversuche von Taxifahrern, auf Basaren oder in "speziellen" Fischrestaurants kannst du sogleich abschmettern, indem du immer vorher nach dem genauen Preis fragst. Natürlich solltest du auch immer da, wo größere Menschenansammlungen sind, die normale Sorgfaltspflicht walten lassen und auf deine Wertsachen aufpassen.
Im Restaurant Eine der größten Unarten in der Türkei wäre es, sich am Tisch die Nase zu putzen. Es kommt so ähnlich "rüber", als wenn du in einem deutschen Restaurant rülpsen, oder in Amerika dir am Tisch mit einem Zahnstocher die Zähne reinigen würdest. Man steht vom Tisch auf und putzt sich in entsprechendem Abstand die Nase.
Besonderheiten des Kahve (gespr.: Kachwe) Kahve hat zwei Bedeutungen, erstens der wohlschmeckende ?? türkische Mokka, aus dessen Satz sich so schön die Zukunft weissagen lässt und zweitens das "Kaffehaus", was nicht mit einem Café nach europäischen Vorstellungen zu verwechseln ist. Auch wird entgegen dem Wortsinn dort kaum Kaffee, sondern vielmehr Tee getrunken. Der Grund dafür ist, daß vor langer Zeit eine Steuer auf den echten Bohnenkaffe erhoben wurde, um den Absatz von einheimischem Tee anzukurbeln. Was ja wohl auch gelungen ist! Das Kaffeehaus ist eine Institution ausschließlich für Männer. "Mann" trifft sich dort, ist unter sich, spielt "tavla" (Backgammon) oder Karten und unterhält sich. Außerdem dienen die Kaffeehäuser auch als "Arbeitsamt" für Gelegenheitsjobs. Wer Tagelöhner - Arbeit zu vergeben hat, findet seine Arbeiter oft im Kahve. Überall in der Türkei gibt es diese Art der Kneipe - keine Frau würde den Laden jemals freiwillig betreten. Einer Touristin wird derartiges Verhalten nachgesehen - "sie weiß es eben nicht besser".
Leitungswasser Trink lieber kein Leitungswasser. Es ist zwar an der Küste häufig Quellwasser, aber es unterliegt nicht den gleichen Vorschriften über ein “Grundnahrungsmittel” wie in Deutschland. Minimale Keime oder unerwünschte Beimengungen könnten demnach schon enthalten sein. Außerdem schmeckt es auch bisweilen recht merkwürdig. Stilles Wasser in Flaschen wird überall angeboten und ist sehr billig. Ganz besondere Vorsicht wie in manch anderen südlichen Ländern ist allerdings nicht notwendig. Beispielsweise nehme ich zum Zähneputzen immer normales Wasser aus der Leitung - ohne jegliche negative Konsequenzen. Auch die Eiswürfel zum Drink habe ich immer gut vertragen.
Rakı (gespr.: Rake) Rakı ist das alkoholische Nationalgetränk der Türken. Es ist ein geschützter Begriff für einen türkischen Branntwein aus getrockneten Weinbeeren (Rosinen), dem nach dem 1. Brand Anissamen zum Aromatisieren zugesetzt werden und der anschließend nochmals gebrannt wird. Sorten: Yeni Rakı (45 Vol%), Altinbas Rakı (50 Vol%), Kulüp Rakı (50 Vol%). Rakı ist eine klare Spirituose, die entweder pur getrunken wird oder mit Zusatz von etwas Wasser, wobei durch ausfallende, wasserunlösliche Aniskristalle die typische milchige Trübung auftritt. Der Geschmack ist durch den Aniszusatz intensiv lakritzähnlich. Mit Wasser verdünnter Rakı wird wegen der milchigen Eintrübung “Aslan sütü” (Löwenmilch) genannt. Erfahrene Trinker füllen ihre Gläser zu je einem Drittel mit Rakı, Wasser und als letztes mit Eiswürfeln. Eiswürfel niemals direkt in den Rakı geben, da sonst das Getränk kristallisiert und an Geschmack verliert. Manche (so wie ich) ziehen es vor, Rakı pur (ohne Wasser) zu trinken. In diesem Fall soll der Rakı kaltgestellt sein. Allgemeine Trinksitte: Man wartet bis alle Gläser gefüllt sind und den ersten Schluck trinken alle zusammen. Die Gläser werden aufgehoben und dein Glas sollte nicht höher sein als die der anderen. Es ist nicht empfehlenswert, daß du Rakı mit anderen Getränken mischst. Eines darf auch nicht vergessen werden, Rakı wird nie wie Wodka oder Tequila in einem Schluck getrunken. Ich habe mir angewöhnt, einen Rakı pur nach jeder Mahlzeit in der Türkei zu trinken (allerdings nicht nach dem Frühstück) und es ist mir immer gut bekommen. Er soll ja auch desinfizierende Wirkung besitzen. Wer’s glaubt! Aber zumindest hatte ich nie unter Darmbeschwerden zu leiden, von denen andere Urlauber häufig (Olivenölunverträglichkeit!!!) berichten.
Vermeidung von Reizthemen Verzichte als Tourist besser auf Diskussion mit Türken über Reizthemen, wenn dir an einem harmonischen Verlauf des Abends gelegen ist. Eines der bedeutendsten Reizthemen ist Atatürk. Vielleicht mag dir als Tourist und Europäer die extreme Verehrung dieses Mannes befremdlich erscheinen. Schon am Flughafen empfängt dich sein Portrait. Jeder größere Ort hat seinen Atatürk - Platz mit entsprechendem Denkmal. Allenthalben finden sich Atatürk-Straßen (meist Bulvaris) und selbst in Privatwohnungen hängt mitunter ein Konterfei des drahtigen Mannes mit dem entschlossenen Blick aus blauen Augen. Aber Atatürk ist eine türkische Integrationsfigur, eben "der Vater der Türken". Ohne ihn gäbe es keine Türkei in den heutigen Grenzen: Vielmehr wären weite Teile des Landes zwischen den Siegermächten des ersten Weltkrieges verteilt worden: Ohne ihn gäbe es keine Republik mit Trennung zwischen Staat und Religion. Kurzum, das gesamte Staatsgebilde ist auf seinen Ideen aufgebaut. Über Atatürk diskutiert man nicht! Dazu sind seine Errungenschaften für das Land zu übermächtig. Zudem wirst du als Tourist im Zweifelsfall kaum die entsprechenden vertieften Kenntnisse haben, um überhaupt mitreden zu können (Verzeihung, aber vertiefte Kenntnisse bzgl. dieses Staatsmannes gehören - leider - grundsätzlich nicht zur deutschen Allgemeinbildung). Ein zweites Reizthema voller Missverständnisse zwischen Türken und Europäern ist "die Lage der Kurden". Selbstverständlich ist einiges im Argen und es gibt unschuldige Opfer - allerdings auf beiden Seiten. Aber Europäer setzen immer wieder "die Kurden" mit "der PKK" gleich. Dies ist eindeutig falsch. Im Land verteilt leben Millionen Kurden völlig normal und unbehelligt. Arbeiten, machen Geschäfte und distanzieren sich von der PKK als einer terroristischen Vereinigung. Genauso wie die Türken. Als die PKK im Jahre 1999 Bombendrohungen für Touristengebiete verbreiten ließ, haben sich viele kurdische Geschäftsleute genauso aufgeregt, wie ihre türkischen Nachbarn. Übrigens ist auch die kurdische Sprache nicht verboten, wie oft fälschlich zu hören ist.
Bettler und Almosen Man begegnet ihnen überall. du wirst viele Türken sehen, die Bettlern etwas zustecken. Diese Bettler sind oft alte oder verkrüppelte Menschen, die in der Türkei ohne staatliche Hilfe leben müssen. Im Islam ist das Almosengeben eine heilige Pflicht. So ist es auch ein religiöser Brauch, am Tage des Opferfestes (Kurban Bayrami) das Fleisch der eigens dafür geschlachteten Schafe an Bedürftige (und Nachbarn) zu verteilen. Bettelnden Kindern solltest du dagegen generell kein Geld geben.
Die Fastenzeit (Ramadan) Solltest du in der Fastenzeit (beginnt jährlich etwa 10 Tage früher - der 12monatige arabischer Kalender richtet sich nach den Mondphasen) in der Türkei Urlaub machen, dann vermeide bitte zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in der Öffentlichkeit zu rauchen, zu essen oder Alkohol zu trinken. In den Tourismusgebieten geht man damit zwar (zwangsläufig) tolerant um, aber etwas Zurückhaltung solltest du schon üben. Versuch du mal (als starker Raucher) den ganzen Tag keine Zigarette anzufassen und tagsüber nicht zu essen oder zu trinken, wenn sich neben dir jemand diesen Sinnenfreuden hingibt! Eine Qual ist das! Und das musst du dann auch noch vier Wochen durchhalten! Und dies ist besonders im Sommer, wegen der langen und heißen Tage, schwer wegzustecken. Pünktlich zu Sonnenuntergang (in jedem Kalender ist die Uhrzeit ja vermerkt) wird dann aber täglich alles nachgeholt. Wer einmal zu einem Fastenbrechen (“Iftar”) eingeladen wurde, wird von den überbordenden Tafeln begeistert sein. Und wenn dir tagsüber einige Bedienstete und / oder Verkäufer etwas müde vorkommen, nicht wundern. Sie waren bereits weit vor Sonnenaufgang auf den Beinen, um noch in der Dunkelheit ein ausgiebiges Frühstück einzunehmen. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang noch, dass selbst in großen (höherklassigen) Häusern das Speiseangebot bei Tageslicht während der Fastenzeit eventuell zurückgefahren wird. Das ist für die Gäste zwar unverständlich, aber leider Wirklichkeit. Dafür werden die Hotelgäste aber am Ende des Ramadan (Ramazan Bayrami oder Seker Bayrami = Zuckerfest) verwöhnt. Dann feiern die Türken wahre Fressorgien und es wird aufgetischt, dass sich die Tischplatten biegen.
“Oben ohne” sollte grundsätzlich nicht sein Auch wenn du es von zu Hause gewohnt bist, dich am Strand und im Schwimmbad "oben ohne" zu zeigen (vielleicht, um auf dich aufmerksam zu machen?) und es für dich als freisinniges Menschenskind selbstverständlich ist, so solltest du dies in deinem Urlaub in der Türkei schon aus Anstand vermeiden. Im Islam ist öffentliche Nacktheit eine Sünde. Wenn du aber darauf nicht verzichten willst, dann solltest du dir eventuell ein anderes Urlaubsland suchen - oder ist dir das zu teuer?
Gehörst du allerdings zu den Freunden des FKK, so gibt es z. Z. nur einen einzigen genehmigten Ferienclub in der Türkei (nahe Didim), der für FKK-Anhänger zugelassen ist (siehe: www.tnng.org) oder du buchst in der “Lykia World Village Residence” / Dalaman, dort findest du zumindest eine FKK-Liegewiese. Es ist sowieso nicht nachzuvollziehen, warum einige Urlauberinnen (bis auf das Dreieck des String) nahtlos braun werden wollen. Wem könnt Ihr denn diese komplette Bräune in der Öffentlichkeit präsentieren? Oder geht ihr “nackig” durch euer Wohnviertel? Na ja, jedem das seine. Trotzdem sollten eure “Boobs” eingepackt werden, wenn ihr eure Liege am Strand oder am Pool verlasst. Ein nackter Busen ist selten erotisch und lässt euch in der Türkei nicht im besten Licht erscheinen. Gesittete Westeuropäerinnen tragen zumindest einen Bikini am Pool. Während eine gläubige Muslima völlig bekleidet ins Wasser steigt.
Die bekleidete Frau ist NICHT ins Wasser gefallen!
Fotografieren Die Türken lassen sich im allgemeinen gerne fotografieren und bedanken sich sogar hinterher bei dir, dass du sie fotografiert hast. So ist eben die türkische Höflichkeit. Aber du solltest vorher schon fragen oder andeuten, dass du sie fotografieren möchtest. Wenn das in ländlichen Gebieten passiert, wäre es eine schöne Geste von dir, dir die Adresse der "Models" geben zu lassen, um ihm einen Abzug des Bildes nach deinem Urlaub zu schicken. Du machst den Leuten eine große Freude damit. Das Fotografieren von militärischen Anlagen ist generell verboten.
Autofahren Vergiss bitte alle deutschen Verkehrsregeln! Auf dem Papier gelten zwar in der Türkei nahezu dieselben Gesetze, aber Theorie und Praxis lassen sich meist nicht vereinbaren. Der Türke fährt sehr kreativ, stets den Erfordernissen und der jeweiligen Situation "angepasst"! Schließlich kann nicht für jede Lage im Verkehr eine Regel gelten, oder? Vergiss Vorfahrtsbestimmungen! Achte trotz grüner Ampel immer auf den Querverkehr. Sieh deinen Blinker als unnützen Luxus an und probiere die vielfältigen Möglichkeiten deiner Hupe aus. Türken hupen gern und dies hat in der Türkei auch eine völlig andere Bedeutung als in Deutschland. Es ist NICHT gleichbedeutend mit "Heeee, Du Dösbaddel, hast du deinen Führerschein auf der Reeperbahn gekauft?", sondern der Autofahrer will lediglich auf sich aufmerksam machen. Beispielsweise beim Überholen. Wer ein guter und vorausschauender Autofahrer ist, wird in der Türkei kaum Probleme bekommen. Aber fahre stets frei nach der Toyota-Devise: "Nichts ist unmöglich". Achte auf Widrigkeiten wie Schlaglöcher, ungesicherte Baustellen und plötzlich auftauchende Kinder sowie Viehherden auf der Strasse. Natürlich ist es immer Geschmacksache, aber wir fahren dort sogar lieber als in Deutschland. Die Autofahrer beharren weniger stur "auf ihrem Recht". Kein anderer Verkehrsteilnehmer käme auf den Gedanken, einen wegen Lappalien, z. B. rechts überholen, anzuzeigen. Vorsicht allerdings bei Überlandfahrten zu nächtlicher Stunde. Diese erfordern hohe Konzentration. Vor allem wegen der hohen LKW-Dichte (fehlende Bahnverbindungen) auf Landstrassen. Mitunter wird wild überholt und manch ein Lastwagen ist ohne jede Beleuchtung.
Mietfahrzeuge Autos: An jeder Ecke lassen sich in den Touristenzentren Leihwagen mieten, achte auf den Zustand des Gefährts! Durch die Konkurrenz, den Preisdruck der deutschen Tourismusunternehmen bei Pauschalangeboten und den damit verbundenen geringen Verdiensten sind die Vermieter teilweise nicht mehr in der Lage, ihre Autos ausreichend zu warten. Die Angebote der Mietwagenfirmen sind sehr unterschiedlich in der Qualität, es lohnt sich, zu vergleichen. Vernüftige PKW´s bekommst du ab 25 EUR pro Tag (mit Klima); Jeeps ab 35 EUR. Bei den seriösen Vermietern sind die Fahrzeuge Vollkasko versichert und eine Kilometerbegrenzung ist nicht vorgesehen. Bei einer Reifenpanne wirst du allerdings zur Kasse gebeten! Denk bitte daran, daß die Spritpreise in der Türkei genauso hoch, wenn nicht sogar höher als in Deutschland sind. Somit sind es die Nebenkosten, die gehörige Löcher in die Ausflugskasse reißen. Daher ist es auch verständlich, daß dir ein Fahrzeug übergeben wird, mit dem du sofort zur nächsten Tankstelle fahren solltest. Der Tank verfügt bei der Übergabe meist nur noch über 1 bis 3 Liter Sprit. Und es liegt an deinem Geschick (und deiner Berechnung), das Auto mit gleichem Füllstand des Tanks wieder abzugeben.
Motorräder: Die Tipps bzgl. Autos gelten gleichermaßen für Motorräder, vor allem für die allgegenwärtigen Vespa-Roller, die recht preiswert zu mieten sind und sich deshalb großer Beliebtheit erfreuen. Manche Vermieter haben einwandfreie neue Roller im Programm. Andere alte Mühlen mit ausgeleierten Federn und Bremsen. Besondere Vorsicht beim Fahren mit gleich welchem "Zweirad"! Bei großer Wärme schmilzt bisweilen der Asphalt auf den Strassen und wird zur gefährlichen Schlitterstrecke. Gerade mit Motorrädern liegt man schnell auf der Nase und im schlimmsten Falle unter dem nächsten Auto, das nicht mehr bremsen konnte. Also immer auf merkwürdig glänzenden Asphalt achten und im Zweifelsfall lieber einmal mehr als einmal zu wenig vom Gas gehen.
Versicherungen: Frage (vor allem bei günstigen Angeboten) unbedingt nach dem Versicherungsschutz. Das vermeintlich sensationell günstige Schnäppchen kann schnell teuer werden, wenn der Wagen nicht ausreichend versichert ist. Bei Rollern z.B. ist es sogar durchaus üblich, GAR KEINE Versicherung abzuschließen bzw. die Raten nicht mehr zu bezahlen. Es besteht dann auch kein Haftpflichtschutz! Reifenschäden sind nicht versichert. Die Reparatur oder den neuen Reifen zahlt der Mieter!!!
Langstrecken: Am bequemsten ist natürlich das Flugzeug, der Flugverkehr innerhalb des Landes ist auch wesentlich billiger als in Deutschland.
Ein besonderer Tipp für schmale Reisekassen sind die überall im Lande verkehrende Reisebusse, sie sind das gebräuchlichste Verkehrsmittel für lange Strecken und konkurrenzlos billig. So kostet die Strecke Alanya-Izmir etwa (noch) 15 Euro für eine Person. Gute Reisebusfirmen haben sehr moderne, komfortable und klimatisierte Busse und - ganz wichtig - mehrere Fahrer, die sich abwechseln können. Empfehlenswert sind beispielsweise die Firmen Varan und Uludag.
Kurzstrecken mit dem Dolmuş: Eine türkische Besonderheit ist der Dolmuş (sprich Dolmusch), eine Art Sammeltaxi, das eine feste Route fährt und auf dieser Strecke nach Wunsch des einzelnen Passagiers anhält, um ihn rauszulassen bzw. auch auf Handzeichen Passagiere an der Strasse einsammelt. Er fährt die verschiedenen Strecken, je nach Tages- oder Nachtzeit, in regelmäßigen zeitlichen Abständen. Auf Hauptstrecken etwa alle 20 Minuten. Der Dolmuş ist konkurrenzlos billig. Du erkennst den Dolmuş, ein mittelgroßer Autobus mit etwa 20 - 25 Sitzplätzen, daran, dass er vorn an der Windschutzscheibe Schilder mit Hotelnamen und / oder Ortschaften befestigt hat, die er auch tatsächlich anfährt. In der Regel wird vorn beim Fahrer eingestiegen. Dabei solltest du auch gleich dem Fahrer mitteilen, wo du auszusteigen gedenkst. Der Fahrer wird dich (meist) rechtzeitig vor deinem Zielpunkt erinnern. Bezahlt wird beim Aussteigen. Aber du wirst auch beobachten können, dass manch ein Gast in einem übervollen Dolmuş seinen Geldschein von hinten nach vorn zum Fahrer während der Fahrt durchreichen lässt. Das Wechselgeld geht dann selbstverständlich den gleichen Weg zurück. Innerhalb eines Ortes zahlst du 1 YTL. Für eine Fahrt zum übernächsten Ort meist 2 YTL. Inzwischen haben sich die Beförderungsgebühren allerdings - aufgrund der gestiegenen Kraftstoffpreise - leicht nach oben entwickelt. Denn der Sprit ist ebenso teuer wie in Deutschland. Du kannst auch mit Euro bezahlen. Aber es lohnt sich, vorher Euro in Lire zu tauschen. Es wird für dich preiswerter. Das gilt grundsätzlich auch für andere kleine Summen auf den Märkten, an Verkaufsständen und an Kassenhäuschen. Wenn du also Land und Leute kennen lernen möchtest, nutze den Dolmuş. Er bringt dich überall hin. Auch wenn du manchmal umsteigen musst. Risikobereitschaft, um mit einem Dolmuş Ausflugsfahrten zu unternehmen, brauchst du nicht, aber Neugier und Wissensdurst ganz sicher. Wer also die Türkei erleben will, der sollte unbedingt mit diesen landestypischen Vehikeln fahren. Eine weitere, etwas luxuriösere Variante ist der Express-Dolmuş, der weitere Überlandstrecken fährt ( z. B., Alanya - Manavgat; Manavgat - Antalya; Antalya - Kemer; usw.) und nur an den Bushaltestellen anhält.

Sonstige Tipps Geld Der Kurs stand im Dezember 2007 bei 1 EUR = 1,70 YTL und im November 2008 bei = 2 YTL. Der Kurs ändert sich täglich, wenn nicht sogar stündlich. Daher ist es zumindest bei Kleinbeträgen (Dolmus, Zigaretten und Zeitungen, Eintrittsgelder an Sehenswürdigkeiten, für den einen Cappuccino und auf Bauernmärkten) ratsam, mit Lire zu bezahlen. Also ein paar Euro tauschen! Dies erst recht, wenn du ins Hinterland fahren möchtest. Die Inflation sorgt auch dafür, dass die Türken so gut wie keine Kredite bei der Bank bekommen (welcher wahnsinnige Zinssatz soll denn dabei auch herangezogen werden?) und ihr Bares lieber in Gold anlegen (siehe unter Goldkauf) oder sich Euroscheine unter das Kopfkissen legen. Apropos Euroscheine: Falls du von einem Dolmus-Fahrer oder einem Hotelangestellten gebeten wirst, seine Euro-Münzen in einen Euro-Schein zu tauschen, tue ihm den Gefallen. Er kann die Münzen nicht in der Bank umtauschen - sondern nur Scheine! Beim Tausch, wie auch bei der Annahme von Wechselgeld genau hinschauen! Die neuen türkischen Lira (Münzen) (Yeni Türk Lirasi = YTL) haben eine verblüffende Ähnlichkeit zu unserem Euro. Unsere 2-Euro-Münze sieht fast so aus wie 1 YTL (Anfang 2008 = ca. 50 Cent) und eine 50 Kurus - Münze (1/2 YTL) gleicht unserer 1-Euro-Münze von der Zahl abgesehen aufs Haar. Geld bekommst du in jeder Bank und Wechselstube zum augenblicklichen Kurs. Andere Orte solltest du nicht in Anspruch nehmen (Hotel, Flughafen), dort verlierst du 10 - 20 % des Wertes durch falschen Kurs und / oder Gebühren. Eine weitere Möglichkeit, an Bargeld zu kommen ist die Benutzung eines Geldautomaten. Viele dieser Automaten in den Touristenzentren spucken auch Euro aus! Noch ein Hinweis: In 2009 wird es neue Geldscheine geben. Und das “Y” in YTL für “Neu” fällt weg. Dann gibt es wieder Türkische Lira (TL). Auch werden die Scheine neu und fälschungssicher gestaltet. Auf den Scheinen werden dann, neben Atatürk, auch türkische Dichter, Denker und Wissenschaftler (und sogar eine Schriftstellerin - wogegen etliche konservative Politiker Sturm laufen) abgebildet sein.
Einkaufensschnäppchen Ein besonders günstiges Schnäppchen machen? Dann geh schon sehr früh am Morgen los. Das erste Geschäft des Tages (Siftah, sprich Schifta) machen die Händler immer zu einem echten Superpreis! Manchmal auch zum EK-Preis. Dieses erste Geschäft am Tag ist für die Händler sehr wichtig! Wundere dich dabei auch nicht, wenn der Verkäufer dich bittet, das Geld dafür auf den Boden zu werfen! Schmeiß es ihm vor die Füße, oder lass es einfach fallen! Er wird sich darüber freuen! Das hat etwas mit dem Aberglauben zu tun. Wo kann man schon durch Aberglauben Geld sparen?? Allerdings funktioniert das nur bei dem ersten Geschäft des Tages! Danach ist für den Tag ein solches Angebot nicht mehr möglich! Dann ist hartnäckiges Handeln angesagt.
Wochenmarkt Die Wochenmärkte (Bazar) in der Türkei sind ein besonderes Erlebnis für uns Westeuropäer. Daher habe ich diesem Umstand Rechnung getragen und eine gesonderte Seite unter der Rubrik Ausflüge eingebaut. Dort findest du mehr Informationen und Bilder. Dort findest du auch eine Aufstellung der Märkte bezogen auf die Wochentage.
Feilschen auf dem Bazar Feilsche nach Herzenslust. Wer den Preis von Anfang an akzeptiert, kauft weit überteuert (ist mir anfangs auch passiert). Bei größeren Anschaffungen wie Teppichen sollte man sich vorher informieren. Über Qualitätsunterschiede und übliche Preise. Diese Information hilft dir, um nicht über den Tisch gezogen zu werden. Bei Lebensmitteln auf dem Markt ist Handeln allerdings verfehlt. Erstens ginge es um Cent - Beträge und zweitens sind die Preise vieler Produkte vorgeschrieben. Und zahle in Lire. Denn der Preis der dir genannt wird (und der auch oft - allerdings häufig noch mit 6 Nullen mehr (alte Lire) - angeschlagen ist) bezieht sich nicht auf unseren Euro. Es ist schon ein erheblicher Unterschied, ob du 2,50 YTL für ein Bündel Bananen zahlst oder dem Händler 2,50 Euro (ca. 4,50 bis 5 YTL) in die Hand drückst.
Beim Einkaufen auf Märkten und in den Geschäften (auch in den örtlichen „Reisebüros“) gilt:... .... nicht unter 50 % des Angebotspreises einsteigen. Das ist unhöflich. Aber ansonsten Feilschen! Feilschen! Feilschen! 20 bis 40 % sind immer drin! Und bleib hart in der Sache, aber immer freundlich.
Was lohnt sich einzukaufen Fliesen und Fayencen Die Keramikfertigung gehört zu den traditionellen Handwerken. Bei Kauf auf sorgfältige Bemalung achten. Die Farbe darf bei der Glasur nicht auslaufen (verwaschen sein). Kleidung Lederjacken, -mäntel, -kostüme und –röcke gehören zu Recht zu den beliebten Mitbringseln. Inzwischen sind die gefertigten Stücke auch nicht mehr so bieder, wie noch vor einigen Jahren. Mehrere Geschäfte aufsuchen! Das gilt auch für Anzüge, die man(n) sich in wenigen Tagen sogar nach Maß schneidern lassen kann. Weiterhin Jeanswaren, Polo-Shirts, Pullover, Hemden, Blusen. Auf den Märkten gibt es fast nur Imitate. Aber oft von guter Qualität. Genau hinsehen. Meerschaumpfeifen Immer noch ein Tip für Pfeifenraucher. Onyx Vasen, Schalen, Eier aus den vielen Manufakturen. (An das Gewichtslimit für Fluggepäck denken!) Schmuck (Gold) Der Goldpreis steht täglich in der Zeitung. Schmuck wird nach Gewicht berechnet. Preiswerter als in Deutschland. Aber: Silberschmuck, besonders Modeschmuck ist häufig mit Blei versetzt. Goldschmuck ist in der Türkei besonders günstig. Du sparst ca. 30-40% gegenüber den Preisen in deiner Heimat. So kannst du z.B. ein Paar Eheringe in allerbester Ausführung und 750er Gold schon für ca. 250 Euro kaufen. Gold und Goldschmuck ist in der Türkei von der MwSt. befreit. Kaufe deinen Schmuck bei einem lang ansässigen Juwelier an deinem Urlaubsort, da wirst du gut und korrekt bedient. Mach vorher Preisvergleiche. Es lohnt sich. Die Goldhändler, die den Juweliersvereinigungen der jeweiligen Orte angehören, arbeiten korrekt und du bekommst für jedes Schmuckstück ein Zertifikat. In der Türkei hat Gold eine besondere Tradition und wird zu allen Gelegenheiten verschenkt. Zur Hochzeit, zur Geburt oder anderen Anlässen. Dieses Gold allerdings hat eine Reinheit von 99,9% und wird jederzeit von den Goldhändlern zum Tagespreis wieder angekauft. Es hat mit der relativ hohen Inflation zu tun. Gold behält immer seinen Wert, bzw. steigt im Wert mit der Inflation. Bitte beachte aber die Einfuhrbestimmungen deines Heimatlandes. Spielbretter für Tavla (Backgammon). Gut gearbeitet und viel preiswerter als in Deutschland. Armbanduhren „Billisch! Billisch!“ Alles Imitate. Nicht wasserdicht, kein Mineralglas. Aber, was kann man für den Preis auch schon verlangen?! Zumindest laufen die Quarzwerke ganggenau, solange die Batterien (die man noch wechseln kann) halten. Und sie sehen häufig sehr gut aus. Als Modeschmuck völlig ausreichend. Preise um 10 Euro. Blaues Glas Wird in Form eines Auges oder einer Hand (Hand der Fatima = Tochter Mohammeds) angeboten. Sie besitzen doppelte Amulettfunktion und schützen den Träger vor bösen Mächten (z. B. gegen den bösen Blick) und sorgen für positive Einflüsse (immer Geld in der Tasche, keine Unfälle, usw.). Medikamente In den Apotheken (Eczane) bekommst du die meisten Medikamente viel preiswerter als bei uns. Selbst Medikamente, für die du bei uns ein Rezept benötigst, kannst du in den Eczane - in denen häufig auch deutsch und / oder englisch gesprochen wird - einkaufen. Lohnenswert sind Antibaby- Pillen sowie Aspirin. Aber auch andere Mittel, wie Schilddrüsenhormontabletten kannst du kaufen (z. B., eine 100er Packung Eutyrox 100 = Levotiron 0,1 für 3,35 YTL). Somit preiswerter als die in Deutschland praktizierte Zuzahlung. Nimm einen Beipackzettel mit in die Apotheke und du bekommst das entsprechende türkische Medikament ohne Probleme. Wer es braucht, kann auch Viagra (und Konkurrenzprodukte) ohne Rezept einkaufen ;-).
Was man nicht kaufen sollte Parfüm Verpackung täuschend echt. Inhalt „Hausmacherqualität“. Absoluter “Schrott”. Antiquitäten Sind die Stücke nicht echt (was wahrscheinlich ist), ärgert man sich. Sind sie echt, bekommt man Ärger mit der türkischen Justiz (Ausfuhr strengstens verboten!!).
Was sonst noch empfehlenswert ist - Entspannung pur 1. Der Besuch eines originären Türkischen Badehaus oder eines modernen Hamams in den Hotels und Ferienorten. Es bleibt ein einzigartiges, entspannendes Erlebnis. Lass dich dort einmal verwöhnen. Wer noch nie ein Türkisches Bad besucht hat und nicht sicher ist, wie man sich dort verhält, kann sich ja einem erfahrenen Badegast anschließen. Achtung: In den Hotels und den öffentlichen, auf Touristen ausgerichtete Hamams werden so gut wie nie Erklärungen abgegeben. Nur schnell, schnell soll es gehen! (aber es gibt auch Ausnahmen, die muß man allerdings suchen oder Insider fragen) Ausführliche Erklärungen zu diesem Wellness - Vergnügen findest du unter “Hamam, was ist das?”
2. Der Besuch eines türkischen Friseurs (Barber = für Männer, Kuaför = für Frauen) ist ebenfalls ein besonderes Erlebnis. Abgesehen davon, dass diese Dienstleistung erheblich preiswerter ist als in unseren Ländern, ist die Qualität in den meisten Fällen auch sehr gut. Einen wahrlich perfekten Besuch bei einem “Barber” in Avsallar habe ich auf der Seite “Erlebnisse” geschildert.
Womit du fliegst Fluggesellschaften Qualitativ auf höchstem Standard der Chartergesellschaften und markführend ist SunExpress, eine Tochter von Türkisch Airlines und Condor (Thomas Cook). Mit Heimatflughafen Antalya fliegt diese Gesellschaft mit 10 Boing 737-800 neuester Bauart (gewartet von der Lufthansa). Auch die junge deutsche Gesellschaft (mit Öger-Beteiligung) Blue Wings tritt mit neuen Airbus A 320 an. Der Airbus benötigt gut 20 Minuten weniger nach und von Antalya als die 737. Außerdem bietet sie viel mehr Beinfreiheit.
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