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Eine Stippvisite in Perge

Auf einer Fahrt nach Antalya machten wir einen kurzen Abstecher nach Perge. Auf der D400, in der Ortschaft Aksu war der Hinweis auf diese Ruinenstätte sehr gut ausgeschildert. Wir konnten die Ruinen von Perge nicht verfehlen.

Geschichte (aus Wissen.de)
Perge befand sich in sicherer, 10 km von der Küste entfernter Hügellage in der Nähe des einst schiffbaren Kestros-Flusses (heute Aksu Cayi) und gehörte zu den fünf großen Städten Pamphyliens (neben Attaleia, Sillyon, Aspendos und Side). Als legendäre Gründer galten die Seher Kalchas und Mopsos, die nach der Zerstörung Trojas (Anfang des 12. Jh. v. Chr.) eine gemischte Bevölkerung an die Mittelmeerküste geführt haben sollen und von mehreren Städten als Gründer in Anspruch genommen wurden. Kalchas, der berühmte Seher Trojas, ist auch eng mit der Geschichte von Klaros (an der Westküste) verbunden, Mopsos wird bereits in hethitischen Inschriften erwähnt. Beide sagenhaften Gründer wurden noch im 2. Jh. mit Statuen im Hof des Stadttors geehrt. In die Geschichtsschreibung tritt Perge erst mit dem Alexanderfeldzug ein, Arrian erwähnt, dass die vorher persisch dominierte Stadt sich freiwillig dem Makedonenkönig unterwarf.

In der Diadochenzeit gehörte Perge mehr als ein Jahrhundert (312-188 v. Chr.) zum Seleukidenreich. Damals erhielt Perge die überraschend gut erhaltene Stadtmauer, die in Zweischalen-Technik erbaut ist, von Wehrtürmen verstärkt wird und der verbesserten Belagerungstechnik Paroli bot. Die Stadt scheint unter den Seleukiden eine Blütezeit erlebt zu haben, von der allerdings kaum weitere Ruinen zeugen. Nach Zugehörigkeit zum Pergamenischen Reich, Piratenüberfällen und den Wirren des römischen Bürgerkriegs lassen sich erst in der Kaiserzeit wieder Wohlstand und rege Bautätigkeit nachweisen.

Im Neuen Testament wird Perge im Rahmen der Missionsreisen von Paulus erwähnt. Paulus kam von Zypern nach Perge und zog von dort nach Konya/Ikonion weiter. Demnach scheint Perge Mitte des 1. Jh. noch leicht per Schiff erreichbar gewesen zu sein.

Mehrere Kirchen bezeugen den Sieg des Christentums, auch die totale Zerstörung des zweifellos großen ionischen Artemis-Tempels dürfte auf das Konto der frühen Christen gehen. Normalerweise triumphiert die neue Religion an den Kultplätzen der alten, hier wurde auf den umliegenden Hügeln bisher nichts gefunden. Im 7. Jh. litt Perge, wie alle Städte der Süd- und Westküste, unter den Überfällen muslimischer Piraten, danach scheint der Fortzug der Bevölkerung ins besser geschützte Antalya unaufhaltsam gewesen zu sein. Zur Seldschukenzeit war Perge verlassen. 1835/36 fand der französische Reisende Texier das Theater von Perge noch unversehrt, und auch das Stadion war noch gut erhalten.


Gleich hinter dem ersten Eingangstor parkte ich unser Fahrzeug am Strassenrand - im Schatten. Wir spazierten zwischen den Resten des eingezäunten Theaters und des Stadions die Strasse entlang, bis wir einen Durchgang zum Stadioninneren fanden.

Das Stadion selbst war auf der Nordseite noch recht gut erhalten. Und es schienen hier auch Veranstaltungen abgehalten zu werden, denn zwischen den Trümmern und Wildblumen war eine Bühnenplattform aufgebaut.
Ein Trampelpfad führte uns zu einem gegenüberliegenden Durchbruch, vor dem eine Türkin lautstark ihre Handarbeiten (für 1 bis 2 Euro) anbot.

Nach Durchschreiten dieses Durchganges erreichten wir den großen Parkplatz und das obligatorische Kassenhaus. Aber der Eintrittspreis von 10 EUR pro Person erschien uns als zu happig für diese ansonsten mittels hohem Zaun hermetisch abgeriegelten Trümmerlandschaft, die, so mein Eindruck, nicht an die touristische Bedeutung von Anamuryum (siehe auch Fahrt nach Anamur) oder Sagalassos (ca. 100 km nördlich Antalya - Richtung Budur) heranreicht. Die bescheidenen Reste von Perge sind schon eher vergleichbar mit der antiken Stadt Selge (siehe Köprülü Kanyon). Allerdings mit dem Unterschied, daß die Fahrt nach Altinkaya erheblich reizvoller ist, als nach Aksu.
Daher versuchte ich, mit dem Camcorder ein paar Sequenzen einzufangen, ohne zu wissen, welche Ruinenteile ich aufgenommen hatte. Aber zumindest geben sie einen Überblick über die Größe der eingefriedeten antiken Stadt.

1 Nekropole -------- 9 Agora
2 Termenanlagen --10 hellenistisches Stadttor
3 Palästra --------- 11 Termenanlage
4 Nymphäum ------ 12 Kirche
5 Tempel ---------- 13 römisches Stadttor
6 Nekropole ------- 14 Grabmal der Plancia Magna
7 Kirche ----------- 15 Stadion
8 Prachtstraße ---- 16 Theater

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Perge Theater

Stadion

Stadion

Detail

Stadion

Stadion

Thermenanlage

Tempel

Prachtstrasse

hellenisches Stadttor

Thermenanlage

Perge

Bisher waren   Erstbesucher auf dieser HP    © Heinz-Ulrich Hartung     letzte Überarbeitung:  14.08.2010