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Türkeinachrichten

Ankara, Januar 2011
Ausländer brauchen ab sofort Pflichtversicherung

Die Türkei hat rückwirkend zum 1. Januar 2012 ein Gesetz zur Pflicht-Krankenversicherung namens "Sozialversicherungs- und universales Krankenversicherungsgesetz" [UHI] eingeführt. Es betrifft alle Ausländer, die seit Jahresanfang bereits mehr als ein Jahr in der Türkei leben.KV
Alle in der Türkei lebenden Ausländer haben nun bis zum 31. Januar 2012 Zeit sich in der nächst gelegenen Sozialversicherungsbehörde (Sosyal Güvenlik Il Müdürlüğü) registrieren zu lassen. Wer die Frist versäumt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Eine genaue Höhe ist allerdings noch nicht bekannt.
Mit dieser Regelung sollen alle ausländischen Mitbürger, die langfristig in der Türkei zu Hause sind, dazu gebracht werden, sich binnen Monatsfrist vor Ort einer Krankenversicherung beizutreten und auch Beiträge zu bezahlen. Betroffen sind alle, die nicht türkischer Herkunft sind, eine türkische Aufenthaltsgenehmigung besitzen und nicht Kunde bei einer ausländischen Krankenversicherung sind.
Allerdings gibt es verschiedene Interpretationen, was die Versicherung “gemäß der Gesetzgebung eines fremden Landes” betrifft - vor allem hinsichtlich dessen, ob es sich um eine Reisekrankenversicherung oder eine Absicherung als Privatpatient handelt. In diesem Fall sind die ausländischen Mitbürger von der türkischen Versicherungspflicht befreit.
Die neue Pflichtversicherung bietet jedoch auch Vorteile für die in der Türkei lebenden Ausländer. Mußten sie sich bisher teuer privat versichern, gewährt ihnen die Regierung nun Zutritt in das gesetzliche System.
Wissenswert für deutsche Staatsbürger, die eine Auswanderung in die Türkei planen: “Der Versicherungsschutz durch die Krankenversicherung endet automatisch mit der Abmeldung Ihres Wohnsitzes in Deutschland. In der Regel gibt es eine Kulanzfrist von einem Monat. Innerhalb dieses Monats können Sie von der Krankenkasse noch die gewohnten Leistungen erhalten, selbst wenn Sie sich nicht mehr in Deutschland aufhalten. Eine Ausnahmeregelung gibt es für Rentner (...). Auch Arbeitnehmer, die bei einem Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland beschäftigt sind, können Ihre deutsche Krankenversicherung in der Türkei behalten”, so die Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus bestehe aber auch die Möglichkeit, sich in der Türkei über eine deutsche Krankenversicherung privat zu versichern. (Quelle: DTN)

Ankara, Dezember 2011
Antalya hat ausgespielt - Mersin ist die neue Adresse für den Massentourismus
Zafer-Caglayan
Bei einem Treffen mit Vertretern des Hotelkonzerns HiltonSA in Mersin erklärte der Minister für Wirtschaft und Handel, Zafer Çağlayan, daß die Tourismus-Investitionen für das Gebiet Antalya stark eingeschränkt werde.
Die neue Adresse für den Massentourismus werde zukünftig die Provinz Mersin sein. (Avsallar Post berichtete bereits im Mai von diesen Plänen)
Dort soll kurzfristig eine Kapazität von 15.000 Betten aufgebaut werden. Geplant sei dabei, die gesamte Küste von Anamur über Silifke bis Tarsus touristisch zu erschließen.
15.000 Betten bedeuten Tausende von Arbeitsplätzen. Und 15.000 Betten bedeuten ebenfalls, das die Gäste mit Essen und Trinken versorgt werden müssen, was ebenfalls von der Region bewältigt werden müsse.

Ankara, Dezember 2011
Nur noch 90 Tage Aufenthalt innerhalb von sechs Monaten möglich

Die Neuregelung betrifft Langzeiturlauber und Residenten gleichermaßen. Viele Residenten sind bisher kurz vor Ablauf der 90-Tage kurz nach Deutschland, Zypern oder Kastellorizo (Meis) gereist, um einen Tag später erneut einzureisen. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. Sonnenbad
Ab Februar 2012 tritt ein neues Gesetz in Kraft. Danach können sich Ausländer innerhalb von sechs Monaten nur noch 90 Tage in der Türkei aufhalten. Entscheidend ist das Datum der jeweils ersten Einreise. Ab diesem Datum beginnt eine 180-Tage-Frist. Innerhalb dieser 180 Tage sind maximal 90 Tage Aufenthalt erlaubt. Mehrere Aufenthalte werden zusammengezählt. Ein halbes Jahr nach der ersten Einreise beginnt ein neuer 180-Tage-Zeitraum.
Residenten sollten sich am besten eine Aufenthaltserlaubnis (Ikamet) besorgen. Für das Ikamet muß man allerdings entweder einen Rentenbescheid vorlegen oder Bankguthaben in der Türkei nachweisen. Verlangt werden 350 Euro pro Monat Ikamet-Laufzeit. Bei einem Jahr Laufzeit sind das 4.200 Euro und bei fünf Jahren 21.000 Euro. (Quelle: Prima Türkei)

Ankara, Dezember 2011
Für Flugverspätungen gibt es ab 2012 finanzielle Entschädigungen
Die Türkische Regierung hat sich mit einem neuen Gesetz dem EU-Recht angepaßt. So soll es zukünftig bei verspäteten Flügen von der Türkei in die EU eine finanzielle Entschädigungen geben. Dies gilt für alle in der FlugverspätungTürkei und in der EU zugelassene Fluggesellschaften. Der Strafkatalog sieht wie folgt aus:
Bei Flügen bis zu 1.500 km und 2stündiger Verspätung sind 100 Euro (Inlandflug), bzw. 250 Euro (Auslandsflug) als Entschädigung fällig.
Bei Flügen von 1.501 bis 3.500 Kilometer gibt es ab einer Verspätung von drei Stunden eine Entschädigung von 400 Euro.
Und bei Flügen ab 3.501 Kilometer gibt es ab einer Verspätung von vier Stunden eine Entschädigung von 600 Euro.
Zusätzlich wurden die Fluggesellschaften verpflichtet, für kostenloses Essen, Getränke und ggf. eine Hotelübernachtung zu sorgen. (Quelle: Deutsch Türkische Nachrichten)

Berlin, November 2011
Erdoğan: Deutsche und Türken gehören zusammen
Anläßlich seines Deutschlandbesuchs gab Erdoğan der “Bild” ein Interwiev und sagte, das türkische Volk sehe das deutsche Volk immer noch mit sehr positiven Gefühlen an: “Deswegen sollte Deutschland mit der Türkei viel mehr Solidarität zeigen. Die erste Generation waren Gäste. Viele sind geblieben und denken jetzt nicht mehr daran Erdogan-Merkelzurückzukehren. Es gibt bereits 72.000 türkische Arbeitgeber mit 350.000 Arbeitsplätzen. Der Gastarbeiter von gestern wird langsam auch Arbeitgeber, Akademiker, Künstler, ...”
Auch auf den von der Türkei angestrebten EU-Beitritt geht Erdoğan ein. Hier fühlt er sich von Deutschland nicht genügend unterstützt. Konkret müßte, so Erdoğan, die deutsche Politik viel mehr für den EU-Beitritt der Türkei tun, weil er die Integration massiv vorantreiben würde. Weil wir Türken so viel Positives für Deutschland empfinden, fühlen wir uns gerade hier im Stich gelassen.”
Zum Satz des Bundespräsidenten Christian Wulff, der Islam gehöre zu Deutschland, sagt Erdoğan: “Ich habe dem Bundespräsidenten schon damals für diesen Satz gedankt. Er beschreibt nichts anderes als die Tatsachen: Es leben fünf bis sechs Millionen Muslime in Deutschland; sie gehören zur Realität Ihres Landes. Genauso sage ich, daß die in der Türkei lebenden Christen und Juden zur Türkei gehören. Ich sehe diesen Satz als sehr wichtig in einer Welt, wo wir die Allianz der Zivilisationen angehen.”
Interessant: In den türkischsprachigen Medien ist darüber nichts zu lesen. (Quelle: Deutsch Türkische Nachrichten)

Istanbul, Oktober 2011
“real,-” bietet Fleischpakete für das Opferfest - “Kurban bayramıi” - an
Wer die Internetpräsenz von “real.com/tr” besucht, dem wird das Angebot sicher auffallen. Gleich drei Fleischpakete zum Opferfest (6. bis 9. November) werden offeriert:
kurban_2011“Opfer-Karton” Lamm - 18 kg - 670 TL (ca. 260 Euro)
“Opfer-Karton” Rind - 20 kg - 670 TL
“Opfer-Karton” Rind - 28 kg - 938 TL (ca. 365 Euro)
In der Annonce wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Opfertiere aus heimischen Beständen stammen, nach islamischen Regeln hygienisch geschlachtet wurden und der Verkauf durch das Amt für religiöse Angelegenheit genehmigt wurde. Die Schlachtung würde in Begleitung eines Imam geschehen und von Tierärzten beaufsichtigt werden. Obendrein würde die regelkonforme Schlachtung per Video aufgezeichnet.

Diyarbakir, Oktober 2011
Drei von vier Kirchen in Betrieb
Nach 1980 konnte die zuletzt verbliebene armenische Kirchengemeinde mit nicht mehr als 10 Familien, die St. Guiragos Kirche (türkisch: Surp Giragos) in Diyarbakir nur noch mit Mühe und Not vor dem endgültigem Zerfall erhalten. Trotzdem zerfielen große Teile der auf über 3.000m² Fläche bebauten Kirche, die erstmals vom polnischem Mönch und Schriftsteller Simeon Polozki zwischen 1610 und 1615 schriftlich erwähnt wurde. Am 22. Oktober wurde die armenische St. Guiragos Kathedrale nach einer langen Restaurationsphase neben der chaldäischen Kirche, syrisch-orthodoxen Kirche und der Kirche des Heiligen George wieder für Gottesdienste genutzt werden können.
SurpGiragosMit annähernd 2,5 Millionen US-$ wurde die St. Guiragos Kirche die neben der Akdamar-Kirche in Van als größte und wichtigste Kirchenanlage der armenischen Kirche bezeichnet wird, aus einem Fond und Mithilfe der Stadt Diyarbakir und dem Südostanatolien-Projekt (GAP) restauriert. Nach 1980 hatte die armenische Gemeinde in Istanbul die Idee über den Erhalt der Kirche und sammelte beständig Spendengelder in einem dafür bereitgestellten Fond. Mit dem Besuch des Patriarchaten von Istanbul mit dem Provinzgouverneur am 30. Oktober 2009 begannen offiziell die Restaurationsarbeiten, nach dem auch im Zuge des GAP-Projektes in der auch die Stadt Diyarbakir profitieren konnte, Fördergelder für den Erhalt von Kulturgütern bewilligt wurden.
Am 24. Oktober wurde diese größte armenische Kirche im Nahen Osten nach einer 30jährigen Unterbrechung für Gottesdienste geöffnet.
An der Eröffnung der Kirche nahmen zahlreiche Menschen aus dem In- und Ausland teil. Darunter sind auch Personen, die bereits vor 30 Jahren an Gottesdiensten in dieser Kirche teilgenommen haben.

Türkei, Oktober 2011
Achtung Blitzer und Kontrolle
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Wer häufiger in der Türkei - auch als Selbstfahrer - mit dem Auto, Dolmus oder Bus unterwegs ist, hat sie schon gesehen: Die Fahrzeuge der Jandarma am Straßenrand. Deren Besatzung entweder den Verkehr beobachten oder die Raser sogar mittels Fotolaser überführen wollen.
Und wenn so ein Fahrzeug schon von Weitem auszumachen ist, haben es selbst die sonst so rasant fahrenden Türken nicht mehr eilig. Denn man kann sich nicht immer darauf verlassen, daß das vermeintliche Fahrzeug der Jandarma in Wirklichkeit nur eine Attrappe ist.

Ankara/Berlin, Oktober 2011
Erdoğan beschuldigt Deutsche als Terrorhelfer
Erdogan-Eklat
Wenige Wochen vor seinem geplanten Deutschlandbesuch Anfang November hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan Deutschland als indirekten Terrorhelfer beschuldigt.
Erdoğan wurde zunächst am Sonntag mit den Worten zitiert, daß deutsche “Stiftungen” (in Frage kommen dabei auf den ersten Blick vor allem die parteinahen Stiftungen, die vom Bundestag finanziert werden) Terrorgruppen in der Türkei finanziell unterstützen - indem sie Kredite vergeben und Projekte finanzieren, in Zusammenarbeit mit kurdischen Ortsverwaltungen und Organisationen, die der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe ständen, behauptete Erdoğan.
“Sie wollen die Türkei spalten”, zitierten ihn die Medien. Besonders eine ganz bestimmte deutsche Stiftung sei gemeint.
Dann begann ein Verwirrspiel. Am Montag wollte Erdoğan falsch zitiert worden sein, und auch diplomatische Beobachter in Ankara gingen davon aus, daß es nicht um die Stiftungen ging, sondern um Projekte der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit.
Das wäre freilich eine noch unfreundlichere Äußerung gegenüber der deutschen Regierung, oder ein besonders peinlich uninformierter Patzer.
Mitglieder der Stiftungen äußerten die Auffassung, Erdoğan betreibe vor allem innenpolitische Rhetorik. Denn seine Vorwürfe richteten sich auch gegen die kemalistische Oppositionspartei CHP und die Kurdenpartei BDP, die er als Handlanger deutscher Stiftungen bezeichnete. Die CHP will ihn deswegen verklagen, denn das sei Verleumdung.
In der Türkei ist der Vorwurf der Unterstützung einer Terrororganisation äußerst gravierend und kann schwere Konsequenzen nach sich ziehen. (Quelle: Welt Online)

Antalya, September 2011
Für 2012 erhoffen die türkischen Hoteliers weitere Zuwächse aus Deutschland
In einem Interview mit der englischen Ausgabe der FVW erklärten Ahmet Barut, Vorsitzender der türkischen Hotelföderation TÜROFED, und sein Kollege Sururi Corabatir vom Verband der Hotels der Türkischen Riviera (AKTOB), daß türkische Hoteliers auch zukünftig ein großes Potential in den GUS-Staaten und in Westeuropa sähen.
GrenzstationFür Deutschland erwarten beide Verbände selbst nach den diesjährigen 4,7 Millionen Besuchern ein weiteres Wachstum: “Deutschland ist für uns einer der stabilsten Märkte überhaupt,” sagt dazu Sururi Corabatir. “Vor allem außerhalb der Haupt- und in der Wintersaison kämen wir ohne deutsche Gäste nicht zurecht.”
Hoffentlich hat Corabatir dabei die Urlaubshochburg Kemer als Negativbeispiel vor Augen und beeinflußt die andere Urlaubsorte dahingehend, im Sommer nicht zu sehr auf die GUS-Karte zu setzen. Nur kyrillische Werbung in den Orten und nur auf russisch eingestellte Mitarbeiter in den Hotels lassen die Westeuropäischen (und deutschen) Urlauber auch in die Vor-, Nach- und Wintersaison auf andere Destinationen ausweichen. Wie die Kemeraner schmerzlich feststellen mußten.

Istanbul, September 2011
James Bond dreht in der “Blauen Moschee”
James-Bond
Wie Hürriyet berichtet, wird Regisseur Sam Mendes in der Sultan-Ahmet-Camii wichtige Szenen für den nächsten James Bond Film drehen. Der Minister für Kultur und Tourismus, Ertuğrul Günay, hat dazu die Genehmigung erteilt. Die Dreharbeiten werden demnächst beginnen. Der neue Film soll 2012, zum 50. Jahrestag der James Bond Reihe in den Kinos anlaufen. Somit ist er von besonderer Bedeutung. Daniel Craig, wird die Rolle des Bond dann zum dritten und wohl zum letzten Mal zu übernehmen.

Türkische Riviera / Düsseldorf, August 2011
SunExpress paßt sich den anderen Billigfliegern andaumen-runter
Bei meinem letzten Flug nach Antalya mußte ich feststellen, daß SunExpress neuerdings noch extremer als Sky Airlines die Bordverpflegung eingeschränkt hat. Während Sky zumindest noch Kaffee oder Tee und später Cola, Tomatensaft, etc. unentgeltlich zu dem Pappbrötchen mit einer Scheibe Käse bzw. Putenbrust anbietet, beschränkt sich der kostenlose Getränkeservice bei SunExpress nur noch auf einen Becher Wasser. Alle anderen Getränkewünsche kosteten extra. Kaffee 3 Euro. Tee, Cola, Fanta, etc. 2,50 Euro. Also Verpflegung und Getränke (soweit es die Transportvorschriften zulassen) mit an Bord bringen.

Türkische Riviera / Ägäis, August 2011
HolidayCheck kürte die zehn schlimmsten Hotelbetten
Neben Hotels in Griechenland (3), den Niederlanden (2), Spanien, Ägypten und Tunesien ist auch die Türkei mit zwei Häusern vertreten:
versiffte_matratzeHotel Mersin Beach Club***+ / Kusadasi - Ägäis
Igitt! Da vergeht einem jegliche Lust am Schlafen. Blutflecken zieren die durchgelegene Matratze. Kein Wunder, dass die Gäste unzufrieden sind: "Die Zimmer waren voller Schimmel und Dreck. Alte Federkernmatratzen und einfachste, teilweise defekte Möblierung sorgen nicht für ein wohliges Gefühl."
Side Point Hotel*** / Side - Türkische Riviera
Undefinierbare Flecken auf der Matratze sind hier das kleinste Problem! Die Gäste sind entsetzt vom Zustand der Zimmer: "Das Bett bestand aus drei aufeinander gestapelten Matratzen, die total versifft und abgenutzt waren. Schimmel an den Wänden und kaputte Möbel rundeten das Horrorszenario ab."

Istanbul, August 2011
Istanbul bewirbt sich erneut um die Olympischen Spiele
Istanbul bewirbt sich um die Olympischen Spiele im Jahr 2020. Das kündigte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan in Ankara an. Es ist bereits der fünfte Bewerbungsversuch Istanbuls um die Sommerspiele, nachdem die Stadt vom Bosporus 2000, 2004, 2008 und 2012 jeweils gescheitert war. Für die Sommerspiele 2020 hatten zuvor bereits Tokio, Madrid und Rom ihre Kandidaturen offiziell gemacht. Als Kandidat gilt auch Katars Hauptstadt Doha. Die Bewerbungen müssen bis zum 1. September beim IOC eingereicht werden.
OlympRingeWie das türkische Tourismusportal Turizm Gazetesi meldet, betonte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan, daß keine Olympia-Bewerbung ohne Unterstützung der Regierung vorstellbar sei: “Sachen wie diese laufen nicht ohne die Unterstützung der Regierung. Deshalb erlassen wir dazu spezielle Gesetze, wie das auch für Izmir und Trabzon der Fall gewesen ist und beauftragen Akteure,” sagte er bei der Pressekonferenz in Istanbul. Erdoğan betonte, daß es bei der Vergabe der Olympischen Sommerspiele an bestimmte Orte nicht immer gerecht zugehe, und sagte: “Es ist auch schon vorgekommen, daß ein Land, das die Olympischen Spiele bereits ausgerichtet hat, diese auch ein zweites Mal ausrichten durfte. Das ist nicht gerecht. Es gibt ja noch genug andere Länder, die sich dafür bewerben.”

Istanbul, August 2011
Museums-Karte für Istanbul-Besucher angekündigt
Das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus kündigte die Einführung einer Museums-Karte für internationale Besucher der Bosporus-Stadt an. Sie wird Istanbul Card heißenMuseumscard.
Wie “Focus on Travel News” berichtet, werden die Besucher Istanbuls mit Hilfe der Karte sämtliche Museen der Stadt besuchen können, die unter der Verwaltung des Ministeriums stehen - das sind vor allem die meisten großen Museen wie die Hagia Sophia und die Sultanspaläste.
Die Karte wird 72 Lira (ca. 30 Euro) kosten und gestattet den jeweils einmaligen Besuch der Museen über eine Dauer von drei Tage hinweg. Erhältlich soll die Karte in gehobenen Hotels und den Tourismus-Informations-Büros in der Stadt sein.
Mit der Karte wird nicht nur der Besuch weltberühmter Sehenswürdigkeiten wie der Hagia Sophia, dem Topkapi-Museum (mit Ausnahme des Harems), des Mosaiken-Museums oder des Archäologischen Museums Istanbuls günstiger, die Karten-Inhaber ersparen sich auch das lästige lange Anstehen in den Warteschlangen der Ticket-Schalter.
Eine ähnliche Karte hatte das Ministerium in Zusammenarbeit mit dem Verband Türkischer Reiseagenturen (TÜRSAB) bereits 2008 lanciert, damals jedoch nur für türkische Bürger. Dagegen kann die neue Istanbul Card auch von Besuchern aus dem Ausland genutzt werden.

Weltweit, August 2011
Der Fastenmonat Ramadan (Ramazan) hat begonnen
Der erste "Fastentag" begann in der Türkei um ca. 04.00 Uhr und endete gegen 20.00 Uhr. Denn gläubige Moslems dürfen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht essen, trinken, rauchen und erst recht keinen Alkohol trinken (und keinen Sex haben).
ramadanAm letzten Tag des Ramadan am 29.08.2011 beginnt der "Fastentag" etwa 30 Minuten später und endet auch gut 30 Minuten früher, denn die Sonne geht dann ja später auf und früher unter.
Da sich der arabische Kalender nach den Mondphasen richtet, wird der Ramadan jedes Jahr etwa 10 Tage früher beginnen, sodaß in wenigen Jahren die Tage besonders lang sein werden (um den 21. Juni herum). Besonders schlimm trifft es aber die Moslems in der Nähe des Polarkreises - hier geht die Sonne im Sommer eigentlich gar nicht unter. Dafür würde der Ramadan im Winter wohl ganz ausfallen!
Aufgrund dieser unterschiedlichen Sonnenauf- und -untergänge gibt es Ramazan-Kalender, der den Gläubigen die exakten Zeiten für die verschiedenen Weltregionen aufzeigt.
Besonders problematisch ist in den Sommermonaten der Verzicht auf Getränke. Daher ist es schwer arbeitenden Menschen gestattet, auf das Fasten zu verzichten. Auch Kinder und Schwangere (sowie Frauen während der Regel) sind von dem Diktat ausgenommen. Und wer aus Krankheitsgründen den Ramadan nicht begehen kann, darf ihn zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Türkei, Juli 2011
“AI” für Drei- und Viersternehotels sollten verboten werden
Ginge es nach der Meinung von Kaan Kavaloğlu, dem Generalkoordinator der türkischen Limak-Hotels, dann sollten die Betreiber von Drei- und Viersternehotels das AI-Konzept überdenken.
AIKavaloğlu, der viele seiner Kollegen dafür kritisierte, daß sie sich dieses Jahr zu sehr auf eine hohe Zahl von Besuchern aus der GUS verlassen haben und nun die Preise senken müssen, sprach die Notwendigkeit, die Drei- und Viersternehotels der Türkei zu einem Verzicht auf das Verpflegungskonzept “Alles Inklusive” zu bewegen, aufgrund der Probleme mit schwarzgebranntem und giftigen Alkohol an. Seiner Meinung nach ist die Produktion des gefährlichen Fusels nur dann zu verhindern, wenn Hotel dieser beiden Klassen kein “Alles Inklusive” mehr anbieten.
Dazu erklärte Kavaloğlu: “Die Türkei hat weltweit ein gutes Image, das jedoch durch die Alkoholvergiftungen immer wieder Schaden erleidet. Doch wird es leider immer wieder zu solchen Vorfällen kommen, wenn man den Drei- und Viersternehotels nicht verbietet, AI anzubieten. Es ist einfach nicht möglich, das Zimmer für 20 bis 25 Dollar anzubieten und dann AI ohne Abstriche durchzuführen.” (Quelle: Turizm Güncel)

München, Juli 2011
Mietwagen in der Türkei am günstigsten
In der Türkei bezahlen Urlauber im europäischen Vergleich am wenigsten für einen Mietwagen der Golfklasse. Zu diesem Ergebnis kommt der ADAC nach einer Erhebung der Tagespreise von 120 Anbietern in 24sunholiday2 europäischen Städten.
Im Durchschnitt bezahlten Reisende in der Türkei rund 47 Euro pro Tag. Das sind 67 Euro weniger als in Frankreich, dem teuersten Land im Vergleich. Insgesamt bewertete der ADAC sechs Urlaubsorte als «sehr günstig» und vier als «günstig». Sieben Städte stufte der Autoclub dagegen als «teuer» oder «sehr teuer» ein.
Als teuerste Stadt ermittelte der ADAC La Rochelle. In der Stadt an der französischen Atlantikküste kostet ein Mietauto pro Tag durchschnittlich 130 Euro.
Am günstigsten mieten Reisende in Marmaris an der türkischen Mittelmeerküste ein Auto: 42,77 Euro kostet ein Wagen im Mittel.

Ankara, Juni 2011
Erdoğan verpaßt Zweidrittel-Mehrheit
Erdogan
Zum dritten Mal hintereinander gewinnt Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan mit seiner “Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung” - AKP, die Parlamentswahlen in der Türkei. Mit rund 49,9 % (326 Sitze von 550) konnte die AKP zwar 4% zulegen, erhielt aber aufgrund des türkischen Wahlsystems weniger Sitze als noch vor vier Jahren. Daher verpaßte die AKP die angestrebte 2/3 - Mehrheit, da auch die rechtskonservative “MHP” wider Erwarten (kurz vor den Wahlen tauchten kompromittierende Videos auf) mit 13% (54 Sitze) den Einzug ins Parlament schaffte.
Auch die kurdennahe Partei “BDP” errang mit ihren unabhängigen Direktkandidaten 35 Sitze (6,6%) und unterlief so die 10%-Hürde.
Die Partei von Mustafa Kemal Pasa “Atatürk”, die sozialdemokratische “Republikanische Volkspartei” - CHP, unter Kemal Kilicdaroğlu konnte fast 6% zulegen und kam auf 25,9% der Stimmen (135 Sitze). Besonders in den westlichen und europäischen Provinzen trat sie als stärkste Kraft hervor.
Trotz des Wahlerfolges der AKP ging die Opposition erstarkt aus der Wahl hervor. Daher wird es für Erdoğan nun schwierig, das geplante politische Hauptanliegen der Partei, die Verfassungsreform, im Parlament durchzubringen.

Bodrum, Juni 2011
Tierschützer retten Delphine aus türkischem Hotel-Pool
Die beiden Tierschutz-Organisationen ProWal und das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) erfuhren letzte Woche von Urlaubern, daß in dem türkischen 5-Sterne-Hotel Kefaluka-Resort in Bodrum zwei Delphine im Strand-Pool für Unterhaltungszwecke gehalten werden. Andreas Morlok, Geschäftsführer von ProWal und WDSF-Vorstandsmitglied, machte sich noch am Wochenende auf den Weg in die Türkei, um die Tierquälerei zu stoppen.
Bereits im April demonstrierten die beiden Delphinschutz-Organisationen in allen Städten mit Delphinarien in der Türkei (Alanya, Belek, Antalya, Kemer, Marmaris, Bodrum, Kusadasi und Istanbul).
In Bodrum hatte ihnen Bürgermeister Mehmet Kocadon noch bei ihrem EmpfDelphinang die Schließung des Delphinariums versprochen, nachdem sie ihm Bilder der grausamen Käfig-Haltung vorgelegt hatten (Avsallar Post berichtete darüber). Der Bodrumer Delphinarium-Inhaber verlud daraufhin bei Nacht und Nebel zwei seiner Delphine und schaffte sie zum Kefaluka-Hotel. Dort mußten die Delphine für das Schwimmen mit Hotelgästen für 70 Euro im 5-Minuten-Takt herhalten.
Die Hotel-Sprecherin Emine Mandira zeigte sich im persönlichen Gespräch mit ProWal-Chef Andreas Morlok über die Proteste völlig überrascht und versprach, die Delphine sofort wieder entfernen zu lassen.
Morlok konnte vor Ort feststellen, daß beide Delphine schwer verletzt waren. Einer der Delphine hatte keine Zähne mehr und offenbar einen Kieferbruch. Der andere hatte blutige Hautabschürfungen im Kopfbereich und einen schweren Sonnenbrand.
Noch am frühen Montagmorgen wurden die beiden geschundenen Delphine per LKW wieder in das Delphinarium Güvercinlik in Bodrum transportiert. Die Tierschützer forderten die sofortige ärztliche Versorgung und ein schonendes Auswilderungsprogramm durch den Besitzer.
Mit dem kooperativen Bodrumer Bürgermeister Kocadon wollen die beiden Organisationen weiterhin Kontakt halten, damit eine gute Lösung für die eingesperrten Delphine gefunden wird. Mit den anderen Urlaubsstädten sind die Delphinschützer nicht so geduldig.
Da bisher keine Reaktion auf die Forderung nach Schließung der Delphinarien erfolgte, riefen ProWal und WDSF jetzt über Facebook zum Boykott der türkischen Urlaubsstädte mit Delphinarien auf. (Quelle: tourexpi)

Edremit, Mai 2011
Ehepaar durch eigene Selbstschußanlage getötet
Ein deutsch-türkisches Rentnerehepaar ist von seiner selbst gebauten Selbstschussanlage getötet worden. Wie türkische Zeitungen heute (31. Mai) berichteten, starben die 75-jährige Emmy Else G. und ihr fünf Jahr Selbstschuss-Schildälterer Mann Musa G. in einer Ferienhaussiedlung im westtürkischen Edremit. Das Paar habe die meiste Zeit des Jahres in Deutschland verbracht und sei nur in den Sommermonaten in die Türkei gekommen. Offenbar hätten die Eheleute bei der Ankunft in Edremit vergessen, die Selbstschußvorrichtung an ihrem Ferienhaus auszuschalten.
Der frühere Maschinenbau-Ingenieur G. habe die Anlage zur Abwehr von Einbrechern an dem Ferienhaus installiert, hieß es in den Berichten. Demnach aktivierte das Betreten einer Fußmatte vor der Haustür einen elektrischen Impuls, der Schüsse aus einem oberhalb der Tür installierten Gewehr auslöste. Mit einem Schalter konnte das System deaktiviert werden, doch habe das Ehepaar dies offenbar vergessen. Musa G. wurde von fünf Kugeln getroffen, seine Frau von drei. Beide waren sofort tot.
Vielleicht hätte das Rentnerpaar (auch für sich) ein Schild in den Garten stellen sollen. Man kennt das doch: Alzheimer & Co.

Antalya, Mai 2011
Schnellbahntrasse zwischen Antalya und Kappadokien wünschenswert
Der neue Provinzgouverneur von Antalya, Ahmet Altıparmak, forderte ausländische Investoren dazu auf, in Projekte zu investieren, die einen Mehrwert erzeugen können. So schlägt er unter anderem den Bau einer Schnellbahn-Verbindung zwischen der türkischen Riviera und der zentralanatolischen Region Kappadokien, vor.
bahnlinien-kl1Dazu Altıparmak: “Das ist eine Investition, die sich sehr schnell rentieren wird und auch ein großes Potential besitzt. Immerhin wäre das eine Verkehrsverbindung, durch die auch die Bewohner des Schwarzmeergebiets, Ostanatoliens und Inneranatoliens an die Türkische Riviera angeschlossen würden. Außerdem wäre das auch ein touristisches Projekt, da es Kurzbesuche von Strandurlaubern aus Antalya ermöglichen würde. Dafür würden sich Millionen von Urlaubern interessieren.”
Gouverneur Altıparmak unterstrich, daß die Urlauber mit Hilfe des Hochgeschwindigkeitszugs Kappadokien innerhalb von drei bis fünf Stunden erreichen könnten. Auf der Strecke nach Kappadokien könne man zudem auch wichtige Städte wie Konya anschließen.

Ankara, Mai 2011
Tarsus soll zweites Antalya werden
Wie der türkische Minister für Kultur und Tourismus, Ertuğrul Günay, der Presse mitteilte, soll die südliche Provinz Mersin als neues Badeurlaubsziel ausgebaut werden (“Avsallar Post” berichtete bereits vor einem Jahr darüber), das zusätzlich auch historische und religionsgeschichtlich bedeutsame Stätten bietet. Dazu sollen die Regionen Tarsus und Kazanlı in der Provinz Ιçel westlich von Adana im östlichen Mittelmeergebiet der Türkei für den Badeurlaub entwickelt werden - mit Investitionen in Höhe von 800 Mio. US-Dollar. Dem türkischen Tourismusminister zufolge hat die Region “das Potential, ein Zweites Antalya zu werden”.
map-mersinDazu Staatsminister Zafer Çağlayan: “Wenn wir davon ausgehen, daß die dort zu bauenden Hotels 10 Monate pro Jahr geöffnet sein werden und zu 65 Prozent ausgelastet sind, wird die Region jährlich 1,8 Mio. Gäste haben. Das würde Einnahmen in Höhe von ca. 200 Mio. USD jährlich bedeuten.”
Informationen von der englischsprachigen türkischen Tageszeitung Today´s Zaman zufolge wurden für das Projekt 2,7 Mio. Quadratmeter Fläche ausgewiesen. Die 800 Mio. US-Dollar sollen bis zum Ende des Jahres in Tarsus investiert werden. Dabei sollen Hotels, Resorts, Gesundheitseinrichtungen und Kongressanlagen entstehen, heißt es.

Güllük, Mai 2011
Labranda & Güllük Resort heißt jetzt “Scanway Bayview Hotel”
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Es war im Oktober 2010 bereits bekannt, daß die Corinthia-Gruppe einen Käufer für seine Liegenschaft in Güllük gesucht hatte, nachdem der bisherige Pächter “Litera” ausgestiegen war.
Dies ist wohl nun geglückt. Denn, diese Anlage wird in der Saison 2011 als “Scanway Bayview Hotel” von mehreren Reisegesellschaften (u. a. Demed und LMX) angeboten. Und es bleibt zu hoffen, daß dieses Resort (und das kleine Fischerörtchen Güllük) auch die Aufmerksamkeit erfährt, die es verdient.

Bodrum, Mai 2011
Proteste waren erfolgreich - Bodrum schließt sein Delphinarium
Der Bürgermeister der türkischen Stadt Bodrum, Mehmet Kocadon, teilte den Geschäftsführern derdolphin Delfinschutz-Organisationen ProWal, Andreas Morlok, und Jürgen Ortmüller vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF), in einem offiziellem Brief vom 02. Mai 2011 mit, daß er garantiere, daß der Delfinpark in Bodrum geschlossen wird.
Mehmet Kocadon: “Ihre Sorgen und Bedenken bezüglich der Delphine und ihrer Umweltbedingungen kann ich von ganzem Herzen nachempfinden und ich fühle mit Ihnen. Ich möchte Ihnen versichern, daß dieser Delfinpark in Bodrum in Zukunft nicht mehr existieren wird. Ich garantiere Ihnen, daß die in Bodrum gefangen gehaltenen Delphine auf jeden Fall ihre Freiheit wieder bekommen werden.”

Istanbul, Mai 2011
"Erdoğans verrücktes Projekt" - ein Plagiat
Jetzt, mitten im türkischen Parlamentswahlkampf, wurde "Erdoğans verrücktes Projekt" publik: ein neuer Kanal vom Schwarzen Meer zum Marmarameer, parallel zum Bosporus. "Wir krempeln unsere Ärmel auf für den Istanbul-Kanal, eines der größten Projekte seit Jahrhunderten, das den Panama- und den Suezkanal überstrahlen wird", verkündete der türkische Regierungschef mit viel Pathos bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Millionen-Metropole.
kanal istanbul-440 bis 45 Kilometer lang, 25 Meter tief, 150 Meter breit soll der neue Kanal werden. Das Ziel: Entlastung des Bosporus, durch den jährlich rund 50.000 Schiffe auf dem Weg zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer ziehen, sowie Wegfall teurer Wartezeiten. Öltanker und Frachtschiffe mit chemischer Ladung sind über die Jahre zu einem erheblichen Risiko für Istanbul geworden. Der Bosporus ist an seiner engsten Stelle 750 Meter breit. 140 Millionen Tonnen Öl im Jahr werden durch die Wasserstraße befördert, die wegen ihrer Windungen für große Containerschiffe noch zusätzlich gefährlich ist.
Der neue Kanal soll am Westrand der Provinz Istanbul bei der Stadt Silivri am Marmarameer beginnen und durch den gleichnamigen Landkreis Silivri und den anschließenden Kreis Catalca pfeilgerade zur Schwarzmeerküste führen. Der europäische Teil Istanbuls würde damit zu einer Insel. Zu den Baukosten für den Kanal nannte Erdoğan keine Zahlen. Mit der Planung, die zwei Jahre dauere, würde aber sogleich begonnen. Der Aushub soll für einen dritten Flughafen für Istanbul (bis zu 60 Mio. Passagiere) sowie eine künstliche Insel im Marmarameer verwand werden.
Allerdings muß an der "Strahlkraft" jedoch noch gearbeitet werden: der Panama-Kanal ist 81,6 km, der Suezkanal 162,25 km lang. Außerdem ist „Erdoğans verrücktes Projekt“ ein Plagiat, denn er hat einen Planungsentwurf von Bülent Ecevit vom Januar 1994 abgekupfert.

Berlin, Mai 2011
Prozess: Steht die Idee Holidaycheck womöglich vor dem Aus?
Nachdem ein Hostelbetreiber gerichtlich gegen das Hotelbewertungsportal Holidaycheck vorgeht, könnte es zu einem Präzedenzfall kommen. Dabei sind Bewertungsportale für den Tourismus sehr wichtig geworden.
Wie “onetoone.de” berichtet, geht der Vorstandsvorsitzende der Hostelaoheader-Kette A&O davon aus, dass ein Erfolg in dem Prozeß gegen das Bewertungsportal “das Ende von Holidaycheck” werden könne. Das Unternehmen will nicht mehr bei dem Portal gelistet werden, nachdem es seit einigen Jahren mehrere gerichtliche Auseinandersetzungen mit Holidaycheck hatte.
A&O hatte von Holidaycheck das Einhalten von Mindeststandards für Bewertungen gefordert, vor allem forderte man, daß die Bewerter nicht anonym auftreten dürfen. Deshalb undHolidaycheck aus weiteren Gründen will A&O bei Holidaycheck nicht mehr gelistet werden. Tomorrow Focus, der Betreiber des Portals Holidaycheck, hält dagegen: “Wer in der Öffentlichkeit steht, der muß sich auch bewerten lassen.” Außerdem überprüfe Holidaycheck die Authentizität der Bewertungen durch 16 Verfahren und ein 50köpfiges Kontrollteam.
Hotelbewertungsportale waren deshalb in die Kritik geraten, weil Gäste Hotels mit der Androhung schlechter Kritiken für Preisnachlässe unter Druck setzen und auch immer öfter von falschen Bewertungen berichtet wurde – wobei Holidaycheck jedoch am besten unter den Konkurrenten abschnitt, zum Beispiel bei einem Test von Stiftung Warentest.

Bottighofen, Schweiz, Mai 2011
Die seit Jahren höchste Preissteigerung für Reisen in die Türkei
AntalyaHavaLimani
Pauschalreisen in die Türkei haben sich im April ungewöhnlich stark verteuert. Es handelt sich um die höchste Preissteigerungsrate seit Jahren, wie das aktuelle Urlaubspreis - Barometer des Reiseportals HolidayCheck.de zeigt, das am 2. Mai veröffentlicht wurde.
Die Türkei profitiert davon, daß Urlauber, die ursprünglich Richtung Nordafrika reisen wollten, aufgrund der politischen Konflikte umbuchten, wie ein Sprecher des Portals sagte.
Für ihre Türkei-Ferien mussten Urlauber 13,9% mehr bezahlen. Für andere Mittelmeerziele zogen die Preise weniger stark an: Eine Griechenland- Pauschalreise kostete 5,5% mehr, eine Pauschalreise nach Mallorca 7,2% mehr. Tunesien-Reisende mußten hingegen 15,5% weniger ausgeben, Ägypten-Touristen zahlten 3,8% weniger als im Vorjahr.

Bodrum, April 2011
Vural Öger: “AI-Hotels müssen 10 km vom Zentrum entfernt sein.”
Vural Öger, der als Redner bei einem Tourismus-Workshop im türkischen Ferienort Bodrum auftrat, forderte, daß Hotels, die AI anbieten, mindestens 10 Kilometer vom Zentrum der Stadt entfernt liegen müssen.
Vural-ÖgerWie Eda Özsoy vom türkischen Tourismusportal “Turizm Güncel” berichtet, betonte Vural Öger, daß Bodrum immer noch eine besondere Rolle im Türkeitourismus spiele, die es zu erhalten gelte, indem man die Fehler vermeide, die Ferienorte wie Marmaris und Kusadasi in der Vergangenheit begangen hatten. Dazu führte Öger aus: “Bodrum hat etwas von St. Tropez, von Mykonos und von Ibiza, und darf auf keinen Fall zu einer Destination für den Massentourismus werden. Es ist ein Boutique-Reiseziel, und damit meine ich eine Stadt, in der alles ästhetisch gestaltet ist, von den Bürgersteigen über die Kleidung der Hotelangestellten bis hin zu den Werbeschildern. Dafür muß ein Konzept entwickelt werden.”
Zur weiteren Entwicklung Bodrums schlug Öger die Einrichtung eines Krankenhauskomplexes und von Golfplätzen vor, doch vor allem gelte es zu vermeiden, daß im Stadtzentrum oder in seiner Nähe AI-Hotels entstehen. Diese müßten mindestens 10 km vom Stadtzentrum entfernt liegen, sonst würden sie die hervorragenden Restaurants der Stadt bedrohen.
Diese Maßnahmen könnten auch andere Destinationen (z.B. Incekum) dazu verhelfen, sich vom Massentourismus abzusetzen. Denn Sonne, Strand und Meer reichen nicht, um auf Dauer die Urlauber zu binden. Besonders dann nicht, wenn die Preise so stark steigen, wie zur Zeit.

Afyon, April 2010
Mittelanatolien will größtes Thermalgebiet Europas werden
Ali Acar, der Besitzer des Thermalhotels “Korel Termal”, will nun in Afyon eine zweite Anlage unter dem Namen “Alila Termal“ bauen. Die Anlage soll aus zwei Fünfsterne-Hotels nebst Apart-Anlage bestehen und in einer ersten Etappe 2.000 Betten erhalten.
afyon-badWie das türkische Portal “Turizmgazetesi.com” meldet, geht der Verkaufsdirektor des Alila Termal, Mehmet Basaran, davon aus, daß das Hotel die größte Thermalanlage Europas wird. Die Anlage soll auf einer Fläche von 130.000 Quadratmetern entstehen und 2 Fünfsternehotels erhalten, deren eines auch 150 Apartments mit versorgen wird.
Das zweite Hotel wird als VIP-Hotel verwöhnte Gäste ansprechen. Beide Hotels sowie die Apart-Anlagen sollen noch bis Januar 2012 fertiggestellt werden, heißt es in dem Bericht.
Die Kosten für das Projekt beziffert Basaran mit 80 Mio. Dollar, wobei er davon ausgeht, daß diese Kosten auch auf 110 Mio. Dollar steigen könnten. Die insgesamt 42 Thermalpools der Anlagen sollen für Männer und Frauen getrennt angelegt werden, es wird jedoch auch gemischtgeschlechtliche Anlagen geben.
Gleichzeitig entsteht der viertgrößter Passagierflughafen der Türkei
In der Mitte zwischen den Provinzstädten Afyon, Usak und Kütahya entsteht zur Zeit der viertgrößte Passagierflughafen der Türkei, der von der Firma IC betrieben werden soll, die zusammen mit Partner Fraport auch den Flughafen von Antalya betreibt. Die Bäderstadt Afyon verspricht sich von dem neuen Flughafen eine erhebliche Zunahme der Besucherzahl aus dem Ausland.

Köln, April 2010
Der Mobilfunkanbieter Turkcell jetzt auch in Deutschland vertreten
Der türkische Marktführer will mit der in Köln gegründeten Tochtergesellschaft Turkcell Europe seine Mobilfunkdienste in Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern anbieten. Ab dem 4. April wird Turkcell über 1200 Läden in Deutschland vertrieben, teilte das Unternehmen mit.
turkcell_europeKunden telefonieren für 9 Cent pro Minute in deutsche Netze und die Türkei. Bei Nutzung der SIM-Karte im Turkcell - Netz in der Türkei entfallen Roaming-Gebühren. Turkcell hat neben Laufzeitverträgen auch Flatrates, Prepaid-Pakete sowie Tarife für mobiles Internet im Angebot. Dabei setzt der Mobilfunkanbieter hierzulande auf das Netz der Telekom, wie ein Telekom - Sprecher bestätigte.
Turkcell ist mit nach eigenen Angaben 33,5 Millionen Anschlußkunden einer der größten türkischen Telekommunikationsanbieter mit einem Jahresumsatz von zuletzt 9 Milliarden türkische Lira, ca. 4 Milliarden Euro. Mit der Kölner Tochtergesellschaft will das Unternehmen türkischstämmige Bürger in der EU ansprechen. (Quelle:Knoffi)

Hagen, März 2011
Deutsche Reiseveranstalter boykottieren türkische Delphinarien
delphinarium
Nach heftigen Interventionen bestätigten die deutschen Reiseveranstalter TUI, Thomas Cook mit Öger Tours, Neckermann- und Bucher-Reisen, Rewe Touristik mit Jahn und ITS, Schauinsland-Reisen, FTI Touristik und alltours dem Wal- und Delfinschutz- Forum (WDSF) aus Hagen, daß sie zum Beginn der Reisesaison 2011 bis auf weiteres keine Delphinarientouren in der Türkei mehr anbieten werden.
Das WDSF hatte mehrfach in der Türkei dokumentiert, daß Meeressäuger in Delphinarien unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden und hygienische Standards keine Berücksichtigung finden.
WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller (57): "Die Delphine verbrennen regelrecht bei über 40 Grad in der prallen Sonne der kleinen Betonbecken. Hinter den Kulissen spielen sich dramatische Todesszenen ab. Verstorbene Delphine werden sofort durch Importe aus Rußland, dem Mittelmeer und Japan ausgetauscht, sodaß Besucher die Verluste gar nicht bemerken. Überwiegend liegen gar keine Handelsbescheinigungen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen vor. Es war bisher ein Millionengeschäft." (Quelle: tourexpi)

Ankara, März 2011
Neue Richtwerte für Wohnungsvermieter
Die Finanzbehörden in der Türkei haben die Grundstückswerte neu berechnet. Während früher beim Hauskauf nur ein Bruchteil der wahren Werte im Tapu eingetragen wurde, ist das in Zukunft kaum noch möglich. Manche im Tapu genannten Preise werden um bis zu 10.000 Prozent erhöht.
Die neuen Grundstückswerte haben noch weitere Folgen. Vom Finanzamt werden nur noch Mieteinnahmen akzeptiert, die mindestens 5 Prozent des Grundstückswertes erreichen. Auch bei der Grundsteuer werden die neu ermittelten Werte zugrunde gelegt. Beim nächsten Steuertermin am 31. März 2011 dürfte es daher viele überraschte Gesichter geben. (Quelle: Prima Türkei vom 17.03.2011)

Berlin, März 2011
Türkei wird strenger bei Langzeiturlauben
Die Türkei ist ein beliebtes Ziel zum Überwintern. Viele Deutsche lassen sich in den kalten Monaten an der türkischen Riviera nieder. Doch solche Langzeiturlaube gehen künftig nicht mehr ohne Visum.
Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tagen
pro Halbjahr visumfrei im Land aufhalten. Die bisherige Praxis, nach einer eintägigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begründen, soll künftig durch die türkischen Behörden unterbunden werden. Für längere Aufenthalte wird daher dringend empfohlen, vor der Einreise ein türkisches Generalkonsulat zu kontaktieren und ggfs. ein Visum einzuholen. (Quelle: www.auswaertiges-amt.de)

Istanbul, März 2011
Mit dem Auto den Bosporus “unterqueren”
Während das Marmaray-Projekt - mit dem Europas Eisenbahn unterirdisch mit Asien verbunden werden soll - dem Ende entgegen geht (Avsallar Post berichtete darüber), ist schon für ein neues Projekt das Startsignal gegeben worden.
bosporus_karteNun soll eine unterirdische Autobahn in der Meerenge den europäischen und asiatischen Teil verbinden. Die Autostrecke, die zwei Kilometer südlich des Marmaray-Projekts entstehen soll, sei eine Alternative für die schnelle Überquerung des Bosporus in Istanbul.
Dreieinhalb, der insgesamt 14,5 Kilometer langen Autobahnstrecke, soll durch einen unterirdischen Tunnel im Bosporus verlaufen. In der ersten Phase des Projekts sollen die Strassen von Kazlicesme nach Kumkapiya ausgebaut werden. Die Tunnelröhre soll 27 Meter unter der Oberfläche und 61 Meter an der tiefsten Stelle verlegt werden. Auch sollen die Strassen an der Ankara - Göztepe - Kreuzung sowie andere Autobahnkreuze verbessert und ausgebaut werden.
Die Kosten des türkisch-südkoreanischen Firmenkonsortiums, die den Bau ohne öffentliche Mittel fertig stellen werden, würden sich auf 1,75 Milliarden US-Dollar belaufen. In dreieinhalb Jahren soll das Projekt abgeschlossen werden und die Fahrtzeit, der Strecke zwischen Kazlicesme-Göztepe von derzeit 100 Minuten auf eine Viertelstunde verkürzen. (Quelle: www.trtdeutsch.com - 03.03.2011)

Istanbul, Februar 2011
Vorsicht bei betrügerische Gewinnmitteilungen aus der Türkei
Die Verbraucherzentrale und mehrere Kriminalpolizeiinspektionen warnen vor Anrufen einer "Gewinnermittlungszentrale - Istanbul". Die Gauner zielen auf Senioren im gesamten Bundesgebiet ab. Ihr Köder: "Sie haben einen nagelneuen Mercedes der Klasse SLK 200 Kompressor im Wert von 45.800,00 Euro gewonnen.”
mercedes-slkDie Betrüger melden sich entweder als "Herr Schönberger" und "Frau Siefer" von einer angeblichen "Notarkanzlei Siefert & Co." in Istanbul. Oder die Anrufe kommen von einer in Berlin tatsächlich existierenden Kanzlei.
Einer vermeintlichen "Gewinnerin" wurde am Telefon alternativ zum Luxuswagen ein Barbetrag von 42.500 Euro angeboten. Dennoch hieß es auch dazu: In jedem Fall müsse sie über den Dienstleister Western Union vorab 620 Euro für eine Vollkaskoversicherung des Mercedes in die Türkei überweisen.
Auch andere vorgebliche "Gewinner" sollten erst mal zahlen: 500 Euro "Fluggebühr", um das Auto abzuholen, eine "Grenzzollabgabe" oder eine "Umtausch- oder Bearbeitungspauschale". Die Vorkasse-Beträge liegen zwischen 500 und sogar 1.300 Euro.
Um die Senioren von ihrer Seriosität zu überzeugen, schicken die Betrüger auch schon mal ein Fax aus Istanbul, das den vermeintlichen "Gewinn" bestätigt.
Fakt ist: Es gibt keinen Gewinn, und das überwiesene Geld ist verloren.

Ankara, Februar 2011
Türkei stellt Zwangsehen unter Strafe
Auch in der Türkei sollen Zwangsehen einem Gesetzentwurf zufolge künftig als eigener Straftatbestand
Türk-hochzeitgeahndet werden. Der Entwurf von mehreren Abgeordneten der religiös-konservativen Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdğan sieht eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren bei Zwangsverheiratungen vor, wie die türkische Presse am 10.2.2011 meldete. Bei einem Selbstmord des Opfers der Zwangsehe steigt die Strafe demnach auf bis zu zehn Jahre.
Der Gesetzentwurf wurde jetzt ins Parlament von Ankara eingebracht. Wann mit einer Verabschiedung zu rechnen ist, war zunächst nicht bekannt.
Auch die deutsche Bundesregierung will einen eigenen Straftatbestand der Zwangsheirat schaffen; ein Gesetzentwurf dazu ist derzeit im Parlament.
In der Türkei sollen darüber hinaus die Strafen für Sexualstraftäter und Kinderschänder erhöht werden. Geplant ist die chemische Kastration von Sexualstraftätern, die für Wiederholungstäter zwingend, bei Ersttätern als Therapiemöglichkeit eingeführt werden soll.

Ankara/Zürich, Februar 2011
Jetzt aber schnell den Türkeiurlaub buchen, denn ...
... das türkische Tourismus-Ministerium rechnet mit zahlreichen zusätzlichen Urlaubern durch die Krisen in Ägypten und Tunesien. Die Hotels und Agenturen sollen sich gut vorbereiten, damit es keine Qualitätseinbußen gibt. Außerdem dringt das Ministerium darauf, daß es in der Türkei keine Preiserhöhungen gibt.
Krise_TunesienWie das türkische Tourismusportal “Turizmgüncel.com” berichtet, sagte der mit 42 Jahren Erfahrung zu den Doyens der Branche zählende Türkeitouristiker Kadir Ugur auf der Züricher FESPO dem Blatt, er befürchte nach den Unruhen in Tunesien und Ägypten nun einen Ansturm auf die Türkei: “Die türkischen Hotels werden aus den Nähten platzen, und das wird zu Problemen führen, die dem Image der Türkei schaden könnten.“
Für Ägypten und Tunesien dürfte die Saison gelaufen sein. In den Reisebüros werden kaum noch Reisen in die beiden Länder verkauft. Die Rewe Touristik empfiehlt einen Verzicht auf Ägypten-Reisen. Die Branche ist in Alarmbereitschaft. TUI empfiehlt ihren Kunden, ihre Reiseabsichten zu überprüfen und "möglichst auf ein anderes Reiseziel umzubuchen". FTI und Thomas Cook weisen darauf hin, daß die Ausflugsprogramme nicht durchgeführt werden. Alle Veranstalter stornieren die Ausflüge nach Kairo und Luxor. Nilkreuzfahrten sind dadurch ebenso betroffen wie Hochseekreuzfahrten, weil die Reedereien derzeit Alexandria nicht anlaufen.
Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Ägypten aufgrund der instabilen Lage derzeit ab. Das gilt insbesondere für Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez und die anderen großen Städten im Landesinnern und im Nildelta. Viele Staaten fliegen ihre Bürger aus Ägypten aus.

Izmir, Februar 2011
Hunderte von Kreuzfahrtschiffen ändern Route in die Türkei
Die “schwimmenden Hotels”, die nordafrikanische Länder wie Marokko, Tunesien und Ägypten auf ihren Routen hatten, wollen nun nach Beginn der Unruhen vermehrt die Türkei ansteuern.
Aida_caraDavon geht zumindest Ilhan Acikgöz, der Vorsitzende des Verbands der Hotels in der südlichen Türkischen Ägäis (GETOB), aus: “Wir haben erfahren, daß mehr als 100.000 Urlauber ihre Frühbuchungen für Nordafrika storniert haben. Vor allem Gäste aus Deutschland, Skandinavien und Rußland wenden sich nun der Türkei zu.”
Deutlicher wird Sükrü Turgay, Direktor des Hafens von Marmaris im Südwesten der Türkei: “Die Reedereien, die Tunesien, den Sudan, Ägypten und Algerien auf dem Programm hatten, haben nun Gespräche mit uns aufgenommen. So hat ein Schiff der MSC Cruises mit einer Kapazität von 4.000 Passagieren Fahrten nach Marmaris und Izmir beschlossen.” Auskünften der IHK Izmir zufolge hat auch die MSC Cruises Splendida Izmir anstelle der Ägyptischen Stadt Alexandrien in ihre Route aufgenommen. Städte wie Izmir an der Türkischen Ägäis freuen sich schon jetzt, daß durch die Routenwechsel der Kreuzfahrtschiffe mehr und vor allem auch eine höhere Zahl zahlungskräftiger Touristen eintreffen werden. So korrigiert man auch in Izmir die Zahl der erwarteten Auslandsgäste für die Saison 2011 nach oben.

München, Januar 2011Rußland Touris
Türkei erwartet stärkeren Ansturm russischer Urlauber
Deutsche Urlauber in der Türkei dürften in diesem Sommer noch mehr Strandnachbarn aus Rußland haben als bisher: Spätestens in zwei Monaten und damit rechtzeitig vor Beginn der Saison soll der Visumszwang zwischen der Türkei und Rußland aufgehoben werden, wie die Zeitung "Sabah" am 18.01. meldete. Letzter Schritt vor der Aufhebung der Visumspflicht sei die Unterzeichnung eines flankierenden Abkommens noch am Dienstag. Türkische Tourismusunternehmer seien guter Hoffnung, daß die Visafreiheit zu mehr Buchungen aus Rußland führen werde. (Quelle: de.news.yahoo.com)

Ankara, Januar 2011
Regierung Erdoğan erschwert Alkoholausschank drastisch
Mit Hilfe einer neuen Verordnung will die türkische Regierung den Konsum alkoholischer Getränke, aber auch die Möglichkeit, für sie zu werben und sie zu verkaufen, deutlich einschränken. Wie das türkische Portal “Turizmgazetesi” berichtet, werten Experten diese neue Verordnung als ein Versuch, den Konsum von Alkohol in den Städten zu erschweren.
alkohol_245xZu den Auswirkungen der neuen Verordnung gehört, daß der Alkoholkonsum bei Hochzeiten in Ausflugsgebieten außerhalb der Städte verboten wird. Außerdem ist es der neuen Verordnung zufolge nicht mehr möglich, alkoholische Getränke bei Cocktailempfängen zu musikalischen und künstlerischen Veranstaltungen auszuschenken. Des Weiteren wird die Vergabe von Ausschanklizenzen an Gaststätten an Überlandstraßen deutlich erschwert.
Das führt auch dazu, daß es kaum mehr möglich sein wird, in Fischrestaurants an den Küsten des Landes außerhalb der Stadtgebiete Alkohol zu sich zu nehmen. Im Klartext heißt das: Kein Raki mehr mit Aussicht auf das Meer in idyllischen Buchten.
Die neue Verordnung verbietet aber auch das Verschenken von alkoholischen Getränken zu Werbezwecken beispielsweise zu Silvester, und auch den Verkauf von Alkoholika mit Werbemitteln wie Gläsern mit dem Logo der betreffenden Marke darauf.
Zur gleichen Zeit werden auch die Möglichkeiten, für Alkoholika zu werben, drastisch eingeschränkt. So soll es zukünftig untersagt sein, mit Begriffspaaren wie “Raki und Fisch”, “Raki und Vorspeisen”, “Wein und Essen” auch in optischer Weise zu werben. Im Klartext bedeutet das: Anzeigen, in denen ein Glas Wein zu einem opulenten Mahl dargestellt wird, sind ab sofort verboten.
Etliche der Fotos, die tagtäglich in Reisemagazinen veröffentlicht werden, auf denen der gedeckte Tisch eines Restaurants mit Blick auf den Bosporus inklusive Weingläsern und Flaschen zu sehen sind, sind also ab sofort verboten. Das bedeutet, daß auch Hotels und Restaurants ihre Webseiten verändern müssen, wenn sie nicht straffällig werden wollen.
Kein Wunder, daß auch die türkische Reisebranche besorgt auf diese neue Verordnung reagiert. So zitiert “Turizmgazetesi” den Präsidenten des Hotelverbandes Südliche Ägäis (GETOB), Ilhan Acikgöz, mit den Worten: “Ich kann gar nicht glauben, daß es diese Verordnung gibt. Auch Fünfsternehotels und Feriendörfer können außerhalb von Städten an Straßen liegen, wenn ihnen nun der Verkauf von Alkoholika untersagt wird, können die gleich schließen. Wie sollen wir das den Urlaubern aus dem Ausland erklären?”
Auch Yakup Avci vom Verband GETOB fand deutliche Worte gegen die Verordnung: “Daß diese Regierung, die den wirtschaftlichen Liberalismus vertritt, so intensiv in das soziale Leben eingreift, weckt ernste Sorgen in Bezug auf die zukünftigen Handlungen dieser Regierung.” (Quelle: tourexpi)

Ankara, Januar 2011
Unbegründete Anrufe beim Notruf 112 bald strafbar!
Alleine in der Provinz Antalya, wo die Türkei ein Pilotprojekt zur Untersuchung eingehender Notrufe gestartet hat, wurden im letzten Jahr 2,5 Mio. Anrufe bei der Notrufzentrale 112 registriert. Davon wurden jedoch sage und schreibe 92 % als “unbegründete Anrufe” gewertet. Viele der Anrufer wollten einfach nur nach Adressen fragen, Strom- und Wasserausfälle melden, nach ihrer vermißten Katze suchen lassen, oder einfach nur über Liebeskummer sprechen.
112Bei den lediglich 8 % der Anrufe ging es zum großen Teil um Gesundheitsprobleme (165.325 Anrufe), Brandmeldungen (22.245), Kriminalfälle (27.123) und Angelegenheiten, die die Gendarmerie betrafen (9.532).
Nun denkt das türkische Innenministerium über die Einführung einer Geldstrafe für “unbegründete” Anrufe in den überlasteten Notrufzentralen nach. Diese soll bei einem Erstanruf 500 TL (ca. 250 Euro), bei einem weiteren Anruf trotz Belehrung sogar 1.000 TL (ca. 500 Euro) betragen. Urlauber sollten sich also davor in Acht nehmen, einfach mal eine Bagatelle an die Notrufzentrale 112 zu melden - das könnte den Urlaub teuer werden lassen. (Quelle: tourexpi)

Ankara, Dezember 2010
Was in Deutschland nicht möglich scheint ...
Small_lira
... ist in der Türkei ganz normal: der Mindestlohn. Und es ist nicht nur, das es ihn gibt, sondern er wird ständig und nicht unerheblich angepaßt.
So beträgt der Mindestlohn für Lohnempfänger unter 16 Jahren ab 1.1.2011 pro Monat brutto 679,50 TL (546,20 TL netto) und für die 2. Jahreshälfte steigt er auf 715,50 TL (571,97 TL netto).
Lohnempfänger über 16 Jahre können ab 1.1.2011 einen monatlichen Mindestlohn von 796,50 TL brutto (629,96 TL netto) erwarten und für die 2. Jahreshälfte gibt es dann mindestens 837 TL brutto (655.57 TL netto). (eB)

Ankara, Dezember 2010
Für 2011 wurden Verkehrsstrafen erneut erhöht
Für Fahren unter Alkohol werden dann 590 TL fällig. Beim zweiten Alkoholvergehen beträgt die Strafe 740 TL. Beim dritten Mal beträgt die Strafe bis zu 3.000 TL und es droht sogar ein Gefängnisaufenthalt.
Bei “Rot” über die Ampel kosten ab 2011 140 TL, überschreiten der Höchstgeschwindigkeit von 10 bis 30 Prozent 140 TL und bei mehr als 30 Prozent sogar 291 TL Strafe.
“Nur” 67 TL kosten: - Nichtanschnallen, - Überschreiten des TÜV-Termins, - defekte Bremsen, - abgefahrene Reifen, - defekte Scheinwerfer, - verbotenes Parken, - falsches Abbiegen.
Parken auf Behindertenparkplätzen wird mit 133 TL bestraft.
Wer mit einem Auto ohne Zulassung fährt, muß 590 TL zahlen. Fahren ohne Führerschein kostet 740 TL.
Rauchen in öffentlichen Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln kostet 75 TL Strafe. (Quelle: tourexpi)

Ankara, Dezember 2010
Türkische Hoteliers wollen griechische Inseln kaufen

Wie die türkische Nachrichtenagentur Cihan meldet, befindet sich der Verband GETOB nach Angaben seines Vorsitzenden Ilhan Açıkgöz zur Zeit in Gesprächen mit griechischen Unternehmern und Hoteliers, da die Hotels des Verbandes auf den von der Krise in Mitleidenschaft gezogenen griechischen Ägäis-Inseln investieren wollen.
Hintergrund sind Berichte griechischer Zeitungen, denen zufolge das griechische Finanzministerium den Verkauf einzelner Inseln und Flughäfen auch an internationale Investoren plante. Obwohl die griechische Regierung diesen Beschluß nach öffentlichen Protesten zurückgezogen hatte, gibt Açıkgöz an, daß die betreffenden Gespräche fortgeführt werden. „Wenn wir nun auch von der türkischen Regierung Unterstützung erhielten,“ kommentiert der GETOB-Vorsitzende dazu, „dann können wir als Hoteliers ein gemeinsames Unternehmen gründen und die Inseln übernehmen.“
meisKonkret sind den Angaben zufolge Hoteliers aus Marmaris, Bodrum, Fethiye und Göcek daran interessiert, zwei griechische Inseln und einen Flughafen zu übernehmen.
Hoffentlich ist Kastelorizo/Megisti (Meis) nicht von dem Kaufrausch betroffen. Sonst müssen die Langzeiturlauber entferntere griechische Inseln ansteuern, um erneut einen Einreisestempel (der den Aufenthalt in der Türkei für weitere 90 Tage erlaubt) zu ergattern. Mit einem 1-Tages-Trip ist es dann nicht mehr getan. (eB)

Istanbul, November 2010
Mit dem Zug von Europa nach Asien
Vor 40 Jahren konnte der Bosporus nur mit dem Boot überquert werden. Inzwischen hat sich die Bevölkerung aber auf ca. 12 Mio. Bürger vervierfacht. Die Schaffung neuer städtische Infrastrukturen waren für die Stadtverwaltung unumgänglich, um seine Bürger weiter zu mobilisieren: Im Jahr 1967 wurde der Bau der ersten Hängebrücke für Kraftfahrzeuge gesetzlich beschlossen; 1988 die zweite Brücke eröffnet; 1989 die erste Stadtbahn gebaut; im Jahr 1990 die Straßenbahnlinie und im Jahr 2000 die erste U-Bahnlinie. Und eine 3. Brücke für Kraftfahrzeuge ist bereits in Planung. Und wer Istanbul schon mal mit einem Kfz bereist hat, weiß, daß der Verkehr immer noch von langen Staus geprägt ist.
Marmaray_1Zu einem Ausweg aus dieser Misere sollte das Marmaray-Projekt führen. Und das ist nahezu abgeschlossen und soll nun im Jahr 2012 endlich mit zweijähriger Verspätung - aufgrund sensationeller archäologische Funde an der Baustelle Yenikapi - in Betrieb gehen.
Der Marmaray Tunnel ist Teil eines größeren Projekts, daß die Aktualisierung der bestehenden Bahnlinien und 37 bestehende Stationen beinhaltet, eine neue durchgehende Linie von Gebze nach Halkali.
60 m unterhalb des Meeresspiegels ist der Tunnel 1,4 Kilometer lang. Über sich 4,6 m angespülte Erde und 55 m Wasser und ist somit der "tiefste unterseeische Tauchrohr-Tunnel" der Welt. Auf europäischer und auf der asiatischen Seite des Bosporus verlaufen ca. 10 km Bahngleise unterirdisch, bevor sie bei Yedikule, bzw. Sügütlücesme (Üsküdar) wieder ans Tageslicht kommen.
Der neue Eisenbahntunnel wird 70.000 Passagiere pro Stunde in 4 Minuten über den Bosporus führen, während die Reise von Gebze nach Halkali um 40 auf insgesamt 105 Minuten reduziert werden kann. Es wird prognostiziert, daß die Nutzung des Schienenverkehrs in Istanbul von 4,6% auf 27,7% steigen wird, nachdem die neue Bahnlinie vollständig aufgebaut ist.
Dieses gigantische Projekt kann (auf englisch) hier verfolgt werden: http://www.marmaray.com/turindex.asp

Ankara, Oktober 2010
Immer mehr historische Kirchen werden für Gottesdienste frei gegeben
Mit einer Lockerung der Genehmigungspflichten will die türkische Regierung offenbar die Freigabe der Paulus-Kirche und anderen christlich-religiösen Einrichtungen in der Türkei für Gottesdienste erleichtern.
Akdamar Kirche-VanLaut der Zeitung “Milliyet”, hätten sich das Außen-, Innen- und das Kultusministerium auf die Erleichterungen geeinigt, die für die Paulus-Kirche in Tarsus und 15 weitere Kirchen gelten sollen. Das Kulturministerium erklärte, daß eine endgültige Entscheidung zwar noch ausstehe, aber zukünftig keine ministerielle Genehmigung aus Ankara mehr notwendig sein sollen, wenn Christen in den 16 Kirchen Gottesdienste wünschen. Es müsse lediglich ein Antrag beim zuständigen Gouverneursamt gestellt werden.
Die Regierung hatte erst vor kurzem einen griechisch-orthodoxen und einen armenischen Gottesdienst in alten Gotteshäusern Anatoliens genehmigt und dies als positive Geste an die Christen bezeichnet. Der Leiter des staatlichen Religionsamtes, Ali Bardakoğlu, sprach sich für eine dauerhafte Umwandlung der Paulus-Kirche von einem Museum in ein Gotteshaus aus, wie es von der katholischen Kirche seit langem gefordert wird.
Neben der Paulus-Kirche stehen Kirchen in Izmir und in Zentralanatolien auf der Liste der 16 Gotteshäuser, darunter die Peter-Kirche in Antakya und die Kirche des Heiligen St. Nikolaus in Myra. In dem ehemaligen griechisch-orthodoxen Kloster Sämela in Nordostanatolien sowie der alten armenischen Heilig-Kreuz-Kirche auf der Insel Akdamar im Van-See, wo vor kurzem Gottesdienste für Griechen und Armenier gefeiert wurden, soll künftig ein Gottesdienst im Jahr erlaubt sein. (Quelle: tourexpi)

Izmit, September 2010
3,8 km lange Brücke über den Golf von Izmit wird gebaut
Der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim unterschrieb einen Vertrag über den Bau einer neuen Brücke über den Golf von Izmit östlich von Istanbul nebst dem Bau neuer Überlandstraßen, die den Weg von Istanbul nach Bursa, Eskisehir und Izmir erheblich verkürzen werden.
golf-izmitIzmitbrückeDas größte Straßenprojekt der Türkei soll innerhalb von 20 Monaten fertiggestellt werden und wird den türkischen Staat 11 Mrd. TL (ca. 5,5 Mrd. Euro) kosten.
Die Fahrzeit zwischen Istanbul und Izmir wird dann nur noch zwischen 3 und 3,5 Stunden betragen. Bisher muß der gesamte Golf von Izmit umfahren, bzw. eine Autofähre zur Überquerung des Meeres genutzt werden.
Die Brücke wird auch Städte wie Yalova, Iznik und Bursa wesentlich besser an den Großraum Istanbul anbinden. Auch wird die Möglichkeit zu neuen Tagesausflügen für Besucher Istanbuls in die geschichtsträchtigen Städte Bursa (erste Hauptstadt des Osmanischen Reiches) und Iznik (das antike Nikäa, bekannt durch christlicher Konzile) geboten werden. (Quelle: tourexpi)

Istanbul, September 2010
Barzahlungen bei Maut nicht mehr möglich
Europabrücke
Ab sofort gibt es keine Möglichkeiten der Barzahlung an mautpflichtigen Strecken mehr. Betroffen sind die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke sowie die Boğaziçi- (Europa-) Brücke in Istanbul. Auch die Mautschalter für Barzahlungen an den Autobahnstrecken Ankara-Istanbul, Istanbul-Edirne, Izmir-Aydin und Izmir-Cesme wurden geschlossen.
Somit sind nur noch zwei Zahlungsmethoden möglich: Entweder Bezahlung mit dem OGS-Gerät, einem automatischen Durchfahrtssystem oder mit der KGS-Karte, einem Kartensystem ähnlich einer Kreditkarte.
Wer also mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen unbedingt mautpflichtige Streckenabschnitte befahren will, muß sich die KGS-Karte besorgen. (Quelle: Prima Türkei)

Ankara, September 2010
500.000 neue Wohneinheiten in TOKI-Hochhäusern
Die türkische Regierung ließ und läßt überall im Land Trabantenstädte entstehen. Und löst damit eine Völkerwanderung aus: Von Anatolien nach Westen - von der Tradition in die Moderne.TOKI2
TOKI1TOKI (Toplu Konut Idaresi Baskanligi), staatliche Behörde zur Entwicklung des Wohnungsbaus: Seit 2002, dem Wahlsieg der “Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung” (AKP), verwandelt sie das Bild der Städte in der Türkei. Und hat dabei eine “Generalmobilmachung” ausgerufen. Das Ziel: eine halbe Million neue Wohnungen bis 2010.
       (Bilder aus Anamur)
Und alle in Hochhäusern. Entworfen im TOKI-Hauptquartier in Ankara. Ein Dutzend Bautypen für ein ganzes Land. Ein Lebensmodell geht in Serie: die Existenz im “apartman dairesi”, der Etagenwohnung, in der bis auf Farbanstrich, Schranktyp und Bodenbelag die Bauvorschriften aus der Hauptstadt regieren. Und oben, unter dem angedeuteten Dachfirst, prangen wie Königswappen die Insignien der mächtigen Modernisierungsmaschine TOKI. Man muß diese Trabantenstädte aber nicht schön finden!

Ankara, September 2010
Türkei auf dem Weg zur ökonomischen Großmacht
Die Börse feiert das Referendum in der Türkei mit Kursgewinnen. Geht es nach der Meinung der Kapitalmarktakteure, macht die türkische AKP-Regierung fast alles richtig. Investoren werten die von Erdogan_fahnenMinisterpräsident Recep Tayyip Erdoğan gewonnene Volksabstimmung (77 % Beteiligung, 58 % Zustimmung) über weit reichende Verfassungsänderungen als wichtigen Schritt zur Modernisierung des Landes.
Das Land am Bosporus gilt als großer Aufsteiger der vergangenen Jahre. Während die Mittelmeerländer der Europäischen Union (EU) in eine tiefe wirtschaftliche Krise gestürzt sind, nähert sich die 77-Millionen-Einwohner-Nation im östlichen Mittelmeer mit beachtlicher Geschwindigkeit westlichen Wohlstandsstandards an. Experten sind davon überzeugt, daß die Türkei eine Wirtschaftsmacht ist, mit der in Zukunft gerechnet werden muss. (Quelle: Welt online)

Ankara, September 2010
Deutsche bleiben 2010 weiterhin größte Urlaubergruppe in der Türkei
Touristen
Wer in den letzten 3 Monaten seinen Urlaub an der Türkischen Riviera verbracht hat, wird dies kaum glauben wollen. Waren doch die Wodka-Trinker nicht nur gefühlt in der Überzahl.
Da der Bezirk Antalya aber nur 2/3 der deutschen Türkeiurlauber mit „Hos geldeniz“ begrüßen konnte – über 30 % tummelten sich in den Feriengebieten Fethiye, Bodrum, Kusadasi u. a. –, erscheint die vom türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus getroffene Aussage plausibel. Und wenn man dann noch berücksichtigt, daß der Deutsche die Türkei besonders in der Vor- und Nachsaison als Urlauber dominiert, sind die Zahlen erst recht glaubhaft.
Urlauber aus Deutschland (14,7 %), Rußland (11,3 %) und Briten (9,3 %) stellten die größten Besuchergruppen. Gefolgt von Touristen aus dem Iran, Bulgarien, Holland, Georgien, Frankreich, Syrien und den USA. Diese Länder, wie noch viele andere brachten der türkischen Tourismusindustrie erneut einen satten Zuwachs von 6,7 %.

Ankara, August 2010
110 km/h auf Landstrassen
110-kmh
Das türkischen Verkehrsministerium hat eine Verordnung erlassen, die auf gut ausgebauten Strassen eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h (statt bisher 90 km/h) erlauben soll. Diese neue Geschwindigkeitsregel soll aber nur dort gelten, wo entsprechende Schilder dies zulassen. Voraussetzung dafür wäre eine Strassenführung mit Leitplanken und wenig Kreuzungen, wie z.B. der überwiegende Teil der D400 zwischen Antalya und Alanya.
Es bleibt nur zu hoffen, daß sich die Autofahrer vor Hotelanlagen und entlang der Ortschaften an die hoffentlich installierten Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder halten, sonst wird es noch mehr Tote auf dieser Touristenrollbahn geben. Und dann wird nicht nur der Gemeinderat des Ortes Avsallar (siehe Beitrag im Forum) über eine Entschärfung dieses Gefahrenpotentials nachdenken.

Fethiye, Juni 2010
Protestaktion: Türkisches Hotel hält Delphine im Swimmingpool!
Eine geplante “Attraktion” wurde zum Schuß, der nach hinten losging: In Hisarönü bei Fethiye hält ein Hotel Delphine im Minipool zum ”Delphinschwimmen”.
sealanyaUnglaublich, mit welch unbekümmerter Einstellung sich manche Menschen über die Bedürfnisse von Tieren hinwegsetzen: Wie oe24.at berichtet, hält ein Hotel in Hisarönü bei Fethiye zwei Delphine im nur 11 x 22 Meter großen Minipool.
Der Grund: Das Hotel will seinen Gästen die Möglichkeit bieten, mit den Delphinen zu schwimmen.
Nun sorgt eine Protestaktion auf den Webseiten von “Facebook” für eine Welle der Empörung gegen die vollkommen unartgerechte Haltung der sympathischen Meeressäuger.
Hotelbesitzer Alexander Kusnetsow ficht das indessen gar nicht an. Laut oe24.at sagte er zu den Vorwürfen: “Hisarönü braucht so etwas. Ansonsten haben Touristen hier nur Bars und Restaurants.” Außerdem ist er weiterhin der Meinung: ”Touristen werden begeistert sein.”
Der öffentliche Druck wird ihm jedoch sicherlich zeigen, daß das kaum der Fall sein wird. (Quelle: tourexpi)

Ankara, Mai 2010
Provinz Mersin wird neues Urlaubsgebiet
Hüseyin Aksoy, Gouverneur der Provinz Mersin, betonte die guten Chancen, die Mersin als ein aufstrebende, neue Urlaubsdestination besitzt und gab in der Fernsehsendung “Tourismus-Parlament” Auskunft über konkrete Vorhaben und aktuelle Zahlen. Zu den auszubauenden Gebieten gehören ihm zufolge die Region Tarsus-Kazanli, wo Investoren bereits Grundstücke zur Verfügung gestellt wurden. Dort sollen 2 Golfanlagen, Hotelanlagen mit 7.600 Betten sowie ein Kongresszentrum entstehen. Erste Urlauber werden dort für das Jahr 2013 erwartet.
mersinGouverneur Aksoy erläuterte jedoch auch, daß die Provinz Mersin - von Anamur im Westen bis Tarsus im Osten - insgesamt 8 Urlaubsgebiete erhalten soll, wobei für 7 davon bereits konkrete Planungen im Gange sind. Besondere Bedeutung soll dabei auch ein Wintersportzentrum im Gebiet Karbogazi in den Bergen des Hinterlandes erhalten.
Insgesamt verfügt die Provinz Mersin über 321 km Küsten, die für den Badeurlaub geeignet sind. Doch sollen zusätzlich auch alternative Tourismusformen wie Gebirgstourismus, Religionstourismus sowie Kulturreisen zu den an historischen Sehenswürdigkeiten reichen Region entwickelt und angeboten werden. Dazu arbeitet man sowohl mit der EU als auch mit zivilgesellschaftlichen Initiativen vor Ort eng zusammen. Zu den Projekten, die bald abgeschlossen werden können, zählt auch die Anlage von zwei Yachthäfen. (Quelle: tourexpi)

Istanbul, Mai 2010
Istanbul erhält dritte Brücke über den Bosporus
Bosporusbrücke
Die türkische Metropole Istanbul erhält eine dritte Autobahnbrücke von Europa nach Asien. Die rund 1,3 Kilometer lange und 4,5 Milliarden Euro teure Brücke über den Bosporus wird rund 30 Kilometer nordöstlich der Innenstadt in der Nähe des Schwarzen Meeres gebaut, wie Verkehrsminister Binali Yildirim in Ankara mitteilte. Das Projekt dient der Entlastung der beiden bereits bestehenden Bosporusbrücken, auf denen jedes Jahr mehr als 100 Millionen Fahrzeuge von einem Kontinent zum anderen fahren. (Quelle: AFP)

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© Heinz-Ulrich Hartung                         letzte Überarbeitung: 31.01.2012